|
Aktuelles StadtverbandsInfo Bremerhaven Stadtverbandsinfoarchiv Brhv Archiv - Stadtverbandsinfo 05/06 - Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung + Lehrerausbildung | ||||||
| 05/06 - Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung + Lehrerausbildung | ||||||
| ||||||||||||||||
| Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung sind Qualitätsmerkmale auch im Schulbereich | ||||||||||||||||
| Die Personalversammlung vom 22.03.06 und die anschließenden Presseveröffentlichungen in der Nordsee-Zeitung und im Sonntagsjournal haben die Aufmerksamkeit auf die steigende Belastung und damit einhergehend auf die Gesundheitsgefährdung der Lehrerinnen und Lehrer gelenkt. Der Vortrag von Prof. Schönwälder (kann beim Personalrat angefordert werden) ist allen Anwesenden sicherlich noch gut in Erinnerung. Er hat kurz und prägnant die Gefährdungen genannt und auch Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, die, wenn sie nachhaltig verfolgt werden, auch finanzielle Einsparmöglichkeit beinhalten. Leider sind wir noch lange nicht so weit. Das Denken der Verantwortlichen orientiert sich nach wie vor an kurzfristigen populistischen Lösungen und nicht an Prävention, die langfristig sogar Einsparpotenziale besitzt. Der § 84 (2) SGB IX, über den Reinhard Gronau vom Fachdienst für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in Bremen auf der Personalversammlung referiert hat, bietet dem Personalrat die Möglichkeit den Fuß in die Tür zu bekommen, denn, wenn die Dienstvereinbarung „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ (BEM) endlich unterzeichnet ist, wird der Personalrat Mitteilung erhalten, wenn Kolleginnen oder Kollegen länger als 6 Wochen innerhalb eines Jahres krankheitsbedingt ausfallen. In darauf folgenden Gesprächen wird versucht, die Gründe der Erkrankung zu erfahren und Abhilfe zu schaffen. Auf diese Art und Weise ist wird es möglich sein, bestimmte Verfahren der Prävention zu erarbeiten, da sich die Ursachen wiederholen dürften. Unsere Forderung nach jährlicher Einstellung von 100 Lehrkräften ist im Sinne der Prävention eine gesundheitsfördernde Maßnahme. Wir werden den Personalrat weiterhin tatkräftig unterstützen. | ||||||||||||||||
| Neuordnung der LehrerInnenausbildung | ||||||||||||||||
| Grundsätzlich unterschiedliche Positionen Am 20. April skizzierte Cornelia von Ilsemann, Senator für Bildung, die Neuordnung der LehrerInnenausbildung im Lande Bremen aus der Sicht der Behörde. Im Rahmen der gut besuchten Veranstaltung trugen Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Blickwinkeln als Refe-rendare, Mentoren, Seminarleiter, Schulleitungsmitglieder oder Schuldezernent erste praktische Auswirkungen vor. Deutlich wurde: Die Positionen sind in zentralen Bereichen weit auseinander. Die Zusage der Referentin, Umsetzungsergebnisse sachlich auswerten zu wollen und sich in spätestens zwei Jahren auf einem solide „evaluierten“ Erfahrungshintergrund der Diskussion erneut zu stellen, verdient Beachtung. Ebenfalls bemerkenswert ist der reale Abstimmungsgrad zwischen den (norddeutschen) Bundesländern trotz des nach außen getragenen Autonomiebeharrens der einzelnen Länder im Rahmen der Föderalismusdebatte in der Bundesrepublik. Mit der Beschlussfassung der nord-deutschen Wissenschaftsministerkonferenz, eine ungleiche Ausbildungsdauer beim Masterstudiengang für verschiedene Lehrämter festzuschreiben, ist, so unterstrich Frau von Ilsemann, weder eine zeitlich gleiche Ausbildung noch eine einheitliche Bezahlung „politisch durchhaltbar“. Dass hier unsere Kritik an der unterschiedlichen Dauer von Ausbildungsgängen geteilt wurde, verweist auch auf die Widersprüchlichkeit dieses Abstimmungsprozesses. Die bis ins Detail geführte Debatte insbesondere über die erste und zweite Phase der LehrerInnenausbildung kann im Rahmen dieses Infos nicht nachgezeichnet werden. Eine Auswahl kon-trovers erörterter Aspekte mag einen Einblick in das gut zweistündige Gespräch vermitteln: Kritik geübt wurde: -an den geringen Ressourcen der Schulen für die zusätzliche Aufgabenfülle, die mit der Neuordnung verbunden ist. Das richtige Anliegen, Theorie und Praxis enger zu verzahnen und früher mehr praktische Erfahrungen im Berufsfeld sammeln zu lassen, gelingt nur bei qualifizierter Unterstützung; -an der Erhöhung des bedarfsdeckenden Unterrichts. Verweise auf die Ausbildung in anderen Berufsgruppen (Jura, Medizin) wurden ebenso zurückhaltend aufgenommen wie die Begründung, ReferendarInnen „bezahlten“ die zusätzlich eingerichteten „Zeitgefäße“ der Schulen für ihre verbesserte Ausbildung; -an dem Hinweis, Schulleitungen müssten für genügend „Ausbildungskompetenz“ in ihren Schulen sorgen. Damit seien nach Ansicht von Diskussionsteilnehmern die bislang aufgetretenen Unzulänglichkeiten einer an sich für richtig erachteten Mentorenqualifikation nicht aufzuheben; -an der Reduzierung der Ausbildungsleistungen des LIS im Sinne der als positiv eingeschätzten bisherigen Beratungsdichte; -an der zeitlichen Überschneidung verschiedener Komponenten der „neuen Ausbildung“ (erwartete Abstimmungen zwischen Referendaren, Ausbildungskoordinatoren, Mentoren, Ausbildern des LIS), die aufgrund organisatorischer Bedingungen des Schulbetrie-bes nicht oder nur mit Qualitätsverlusten gelingen können. Gestreift wurden abschließend die Berufseingangsphase, für die Frau von Ilsemann eine „sorgfältige Personalentwicklung“ durch Unterstützungsmaßnahmen betonte sowie systematische Fortbildungen („4. Phase“) als lebensbegleitendes Lernen. Die Diskussion insgesamt machte die Umbruchsituation deutlich. Aus Sicht der GEW folgt daraus neben der politischen Einschätzung der „neuen“ LehrerInnenausbildung im Rahmen bildungspolitischer Veränderungen vor allem die Notwendigkeit, mit Ausbildungskoordinatoren und Mentoren vertiefend zu beraten. Deshalb laden wir zu einer gesonderten Veranstaltung ein, die am Montag, den 12. Juni, 15.30 Uhr im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer stattfindet (bitte gesonderten Aushang beachten). | ||||||||||||||||
| Die Zeit verstreicht | ||||||||||||||||
| Im Winter hatte die Stadtgemeinde Bremen 90 Stellen im Schuldienst besetzt, bevor Bremerhaven überhaupt die Ausschreibungen veröffentlichte. Aktuell beschloss der Senat die Bereitstellung von 110 Stellen für Bremen. Der Beschluss wird ausdrücklich begründet mit der spürbaren Konkurrenzsituation zu anderen Bundesländern. In Bremerhaven seien die Bedarfsberechnungen noch nicht abgeschlossen, hieß es aus informierten Kreisen. Warum gelingen diese Erhebungen in der gesamten Republik „zeitnah“, nur hier nicht? | ![]() | |||||||||||||||
| Schon mal vormerken: | ||||||||||||||||
| ||||||||||||||||
| ||||||||||||||||