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Aktuelles StadtverbandsInfo Bremerhaven Stadtverbandsinfoarchiv Brhv Archiv - Stadtverbandsinfo 05/08 Lernen in der Klassengesellschaft | ||||||
| 05/08 Lernen in der Klassengesellschaft | ||||||
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| Lernen in der KlassengesellschaftGEW fordert Sondersitzung des Schulausschusses | ||||||||||||||
| Hintergrund Das bremische Schulgesetz von 1974 sah in § 3 die Entwicklung eines integrierten, in Stufen gegliederten Schulsystems vor. Schon durch die Ampelkoalition von 1991 wurde jedoch in der Stadt Bremen mit der Gründung einzelner Gymnasien dieses Prinzip unterlaufen. In der Großen Koalition kündigte die CDU diesen Konsens bremischer Bildungspolitik endgültig auf. Die SPD verabschiedete sich schließlich auch in Bremerhaven von ihren bildungspolitischen Grundsätzen: Die Pestalozzischule wurde mit dem SZ Bgm-Smidt zum durchgängigen Lloydgymnasium umgewandelt. Konsequenzen für die Schullandschaft Die z.T. heftigen Auseinandersetzungen, die in der Regel um den Gegensatz „Gymnasium gegen integrierte Gesamtschule“ gehen, setzen sich bundesweit bis heute fort. Bremerhaven hatte diesen Gegensatz für die Kommune lange Zeit konsequent geklärt. Die Empfehlungen des Deutschen Bildungsrates vom Ende der 60er / Anfang der 70er-Jahre waren nirgendwo sonst in dieser Deutlichkeit umgesetzt worden. Konkret hieß das für Bremerhaven: Einführung stadtteilbezogener Schulzentren (kooperativ oder integrativ) mit unterschiedlichen Bildungsangeboten. Ganz gezielt baute Bremerhaven Schulen auf, die die Vielfalt der Stadt abbildeten. Die Pädagoginnen und Pädagogen erfüllten den damit verbundenen Bildungsauftrag. Ein wesentlicher – sicher nicht der einzige – Erfolg dieser strukturellen und inhaltlichen Entscheidung bestand darin, dass trotz der sozialen Gegensätze der Stadt soziale Konflikte „vor Ort“ bearbeitet werden konnten. Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Bildungsgänge lernten auch nach der Grundschule unter einem Dach und konnten ein Bewusstsein entwickeln, zu einer gemeinsamen Schule zu gehen. Die Große Koalition kündigt den „sozialen Konsens“ Mit Einführung durchgängiger Gymnasien kündigte die Große Koalition den „sozialen Konsens“ auf. Sie nahm wissentlich und gezielt in Kauf, eine Struktur zu zustören, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt innerhalb Bremerhavens förderte. Begleitet von Scheinargumenten einer (kognitiven) Leistungsförderung wurde die Einrichtung eines durchgängigen Gymnasiums zur äußerlichen Trennung der sozialen Schichten der Stadt genutzt. Konsequent schafften die Koalitionäre die Orientierungsstufe ab und führten Noten in der Grundschule ein. Im Gegensatz zur PISA-Untersuchung, die den engen Zusammenhang von sozialer Lage und Bildungserfolg kritisch anmerkt, sieht die CDU ihn positiv. Vier gemeinsame Grundschuljahre sind in der Ideologie der Konservativen schon eine Zumutung und gymnasiale Bildungsgänge haben in „schwierigen“ Stadtteilen nichts zu suchen. So siechten die Körner- und die Lessingschule dahin. Die aktuelle Lage Die vehement geführte Auseinandersetzung um den Umzug der Lessingschüler in das Lloydgymnasium ist das zugespitzte Resultat der unsozialen Bildungspolitik in den letzten gut zehn Jahren. Die derzeitige CDU-Parole vom „Gymnasienschutzgebiet“ bringt dies ungewollt auf den Punkt: Geschützt werden sollen Privilegien. Eine Gesamtverantwortung für die Stadt wird nicht in Betracht gezogen. Momentan gibt es nur Verlierer. Allen voran Schülerinnen und Schüler und Kolleginnen und Kollegen der Lessingschule. Sie müssen sich pauschal beschimpfen lassen und sind längst zum Spielball unterschiedlichster Interessen geworden. So kommt immer wieder Unbehagen hoch, wenn Containerbauten, ein Bolzplatz, die räumliche Enge im alten Pestalozzigebäude uvm. angeführt werden, um als Argument für die jeweiligen Konfliktpartner zu dienen. Die Parteien agieren bislang nicht überzeugend: Der Schulausschuss höchst selbst fasste im Winter einmütig einen Beschluss ohne Bestand, der bei den Betroffenen (in der Lessingschule) Kritik erntete. Und darum geht es letztendlich: Eine Regelung ohne Beteiligte kann nur zu Protest führen. Die Aufgabe der Politik ist es, Alternativen argumentativ zu unterlegen und Entscheidungstransparenz herzustellen. Dies gilt es jetzt – öffentlich – nachzuholen; ein „Runder Tisch“ des ZEB, wie kürzlich durchgeführt, entbindet die Politiker nicht von ihrer Verantwortung. Eine Sondersitzung des Schulausschusses zur Klärung tut dringend Not. | ||||||||||||||
| 1 Jahr nach den Wahlen: Die Koalition auf dem PrüfstandTeil 2: Grundschule | ||||||||||||||
| „Die Klassenfrequenzen in der Grundschule werden abgesenkt“. Darauf verständigte sich die Große Koalition in ihrer Vereinbarung für die Stadt Bremerhaven. Diese Zusage wird für das kommende Schuljahr nicht eingehalten. Hatten die ersten Klassen im Jahre 2005 eine Frequenz von 21,2 Kindern im Durchschnitt, so werden die neuen ersten Klassen im kommenden Schuljahr bei durchschnittlich 21,37 Kindern liegen. Besonders bemerkenswert ist, dass nahezu die Hälfte aller Erstklässler in Klassen mit 24 bis 26 Kindern unterrichtet wird. Damit ist die Wahlaussage der Koalition, „Priorität für Bildung“ setzen zu wollen, blanker Hohn. Die GEW fordert weiterhin, dass keine Grundschulklasse mit mehr als 20 Kindern arbeiten muss. Gerade jetzt ergibt sich die Möglichkeit, durch die Einstellung qualifizierter Kolleginnen und Kollegen einen Schritt in die richtige Richtung zu tun. Am 30. April haben 13 junge Lehrerinnen und Lehrer im allgemeinbildenden Bereich ihre Ausbildung in Bremerhaven beendet. Weitere 15 sind derzeit mit befristeten Verträgen in den Schulen der Stadt tätig. Nur wenige von ihnen haben bislang ein Angebot der Stadt für einen unbefristeten Arbeitsvertrag für Bremerhaven erhalten. Dabei soll in den Grundschulen nicht einmal eine Stelle besetzt werden. Hier droht die Gefahr, dass eine große Chance vergeben wird, neue Lehrkräfte für unseren Schuldienst zu gewinnen. Die GEW fordert die Entfristung der Verträge und Einstellung der Referendarinnen und Referendare, die ihre Ausbildung in Bremerhaven beendet haben. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Pensionierungswelle hält die GEW an der Forderung nach 100 Neueinstellungen jährlich fest! | ||||||||||||||
| Schon ´mal vormerken: | ||||||||||||||
| Mi., 21. Mai, 18.00 Uhr, “Kultursaal“ der Arbeitnehmerkammer Öffentliche Delegiertenversammlung Thema: „Arbeitszeit(-modelle) in der Diskussion“ Referent: Prof. Dr. H.-G. Schönwälder Mittwoch, 11. Juni, 16.30 Uhr Aula der Goetheschule, Deichstr. Mitgliederversammlung zum Thema: „Schulentwicklungsplanung in Bremerhaven“
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