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| 05a/08 Der Schulkampf tobt | ||||||
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| Der Schulkampf tobt | ||||||||||
| „Einigung“ Ende vorletzter Woche meldeten NZ und SJ einheitlich: Die bildungspolitischen Spitzen der Großen Koalition haben sich mit Dr. Paulenz geeinigt: Das Projekt „Umbau der Lessingschule“ wird in wesentlichen Teilen zeitlich gestreckt, die Schülerinnen und Schüler dieser Schule verbleiben noch 1 Jahr im alten Gebäude, die Umbaumaßnahmen werden umgeschichtet, das Lloydgymnasium bleibt im kommenden Schuljahr von dieser Angelegenheit unberührt. Pinkeln im Dixie-Klo Die zitierten Reaktionen waren einheitlich positiv: Dem Lloydgymnasium bleibt mehr Raum, den „alten“ Lessingschülern die Fortsetzung der gemeinsamen Schulzeit. Die Heraushebung des letzteren Kriteriums verwundert insofern, als dass die unbefriedigende Situation des Schullebens gerade der Anlass war, die Lessingschule aufzulösen. Die mehrfach zitierten Konflikte sind ja nicht dadurch gelöst, indem die Schule auf altem Gelände in alter Zusammensetzung weiter besteht. Hier sind konkrete (erzieherische und sozialpädagogische) Unterstützungen zu gewährleisten, von denen lange nicht die Rede war. In einem bemerkenswerten Kommentar im Sonntagsjournal wurde der Blick richtigerweise auf die Schülerinnen und Schüler gerichtet, die den „Gründungsjahrgang“ der neuen Schule bilden: Sie sollen unterkommen im noch zügig zu renovierenden „Mobilbau“ der Lessingschule. Nach heutigem Stand werden sie im Angesicht einer Baustelle lernen, auf der man zunächst alle Sanitätsanlagen abreißt. Die im Kommentar aufgeworfene Frage, wer die Interessen dieser Jugendlichen mit Nachdruck vertritt, ist mehr als berechtigt. Die Einigung als Paradebeispiel Vor ungefähr einem Jahrzehnt wurde der Komplex der Gaußschulen saniert. Gauß I und Gauß II wurden in ihrer Substanz wieder hergerichtet, das Geld reichte „nicht ganz“ und die Gauß III (Förderzentrum), damals noch C.-Andersen-Schule, bekam nur neue Fenster. So verschlechtert sich die Bausubstanz dieses Traktes jetzt immerhin ohne (ungewollte) Zugluft. Nicht dass Missverständnisse aufkommen: Die Gaußschule ist schön geworden und eine Schule, die instandgesetzt ist, trägt zu Lernerfolgen bei. Aber an diesem „historischen“ Beispiel wird ein Mangel an Gesamtverantwortung deutlich, der sich bei der Lessingschule wiederholt hat. Wenn es hart auf hart kommt – und in Zeiten knapper Kassen ist das verstärkt so – haben Interessen verschiedener Gruppen unterschiedliches Gewicht. Den einflussreichsten dieser Gruppen gelingt es immer wieder, ihre „Prioritäten“ durchzusetzen. Der wirkliche Skandal Die Art und Weise, wie die Lessingschüler und –schülerinnen pauschal diffamiert und kriminalisiert wurden, gehört in den Vordergrund der Diskussion. Nachdem die CDU – im krassesten Gegensatz zu ihren eigenen Beteuerungen – den Schulkampf vergangener Jahre in aller Entschlossenheit neu aufgelegt hat, hätte die SPD als Partei, die eine Vokabel wie „Chancengleichheit“ noch in ihrer Programmatik führt, nach Jahren voller Kompromisse hier klar Position beziehen und gegen Widerstände halten müssen. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen aus Lehe muss praktisch erfolgen und darf nicht der Rettung der Großen Koalition geopfert werden. Alle Kinder und Jugendlichen haben ein uneingeschränktes Recht auf Bildung. Was folgt? Ein bildungspolitischer Konsens ist derzeit nicht in Sicht. Auch schulpolitische Interessen werden in engen gruppenspezifischen Perspektiven vertreten statt mit Bezug auf eine umfassende Entwicklungschance für alle Kinder und Jugendlichen. Dies ist nicht die Zielsetzung einer demokratischen Gesellschaft. Dies entspricht nicht dem Menschenbild, das die GEW vertritt. Auf einer Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 18. Juni wird der Stadtverband die Schulentwicklungsplanung unter den Gesichtspunkten zur Entwicklung einer größeren gesellschaftlichen Gerechtigkeit und Teilhabe diskutieren und entsprechende politische Bündnisse formieren. Termin- und Tagungsortänderung Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 18. Juni, 16.30 Uhr im „Kultursaal“ der Arbeitnehmerkammer, Friedrich-Ebert-Straße Schulentwicklungsplanung in Bremerhaven Gründung eines Bündnisses „Eine Schule für alle“ Der Stadtverbandsvorstand hat alle Mitglieder der Initiative „BremerhavenerInnen für Kinder und Jugendliche“ eingeladen: Dies sind u.a. der DGB, die Evangelische Jugend, die Bildungsgemeinschaft Arbeit und Leben, der Stadtjugendring, der Stadtschülerring, der Paritätische Wohlfahrtsverband. Ebenso zur Teilnahme eingeladen wurden der ZEB Bremerhaven, deren Bremer Gremium ein bemerkenswertes Papier mit dem Titel „Die Schule der Zukunft“ verabschiedet hat ( www.zeb-bremen.de )sowie Vertreterinnen und Vertreter von Parteien. Wir bitten euch um rege Teilnahme. Da die Schulentwicklungsplanung nach derzeitigem Stand in eine Schulgesetzänderung münden soll, müssen wir jetzt alle integrativ orientierten Kräfte für die politische Auseinandersetzung bündeln. | ||||||||||