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16.09.2007 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks:Die soziale Selektivität ist hoch!

von Andrea Britze
Landesausschuss für Studierende
Im Sommer 2007 veröffentlichte das Deutsche Studentenwerk die 18. Sozialerhebung. Diese Befragung von rund 17.000 Studierenden an deutschen Universitäten und Hochschulen, die sich mit ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage befasst, kommt unter anderem zu zwei alarmierenden Ergebnissen:

Seitenabschnitte:
Abhängigkeit vom Bildungsabschluss der Eltern
Finanzielle Lage der Studierenden
Kontakt und Infos

 Sozialerhebung_Studentenwerk.pdf
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Abhängigkeit vom Bildungsabschluss der Eltern

Deutlich und nachdrücklich scheint bestätigt, dass das deutsche Bildungssystem nach wie vor von hoher sozialer Selektivität gekennzeichnet ist. Die Sozialerhebung richtet ein besonderes Augenmerk auf den Hochschulzugang, die Bildungsbeteiligung und die finanzielle Lage der Studierenden. Die Ausführungen der Sozialerhebung legen nahe, dass die Bildungsbeteiligung an Hochschulen zunächst die Folge von Selektionsprozessen ist, die dem Studium zeitlich vorgelagert sind.
Die erste Hürde, die potentielle StudienanfängerInnen nehmen müssen, ist der Übergang in die Sekundarstufe II und somit die Chance, die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Bereits hier wird deutlich, dass Jugendliche, deren Vater als selbstständiger Akademiker - bspw. als Rechtsanwalt oder Arzt - tätig ist, mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit die gymnasiale Oberstufe besuchen, wohingegen dies nur etwa der Hälfte der Kinder ermöglicht wird, deren Väter keinen Hochschulabschluss haben.
Diese Abhängigkeit vom Bildungsabschluss der Eltern setzt sich auch bei der Aufnahme eines Studiums fort. Kinder von AkademikerInnen haben eine Studienanfängerquote von 83 Prozent, Kinder von NichtakademikerInnen hingegen von nur 23 Prozent. Die Disparitäten in der Bildungsbeteiligung sind trotz kleinerer Annäherungen nach wie vor sehr hoch. Gemessen am Anteil in der 19- bis 24-jährigen Bevölkerung sind Kinder aus Arbeiterfamilien an den Universitäten als einzige Gruppe unterrepräsentiert, Kinder aus Beamten- oder Angestelltenfamilien sind hingegen deutlich überrepräsentiert.

Finanzielle Lage der Studierenden

Auch die finanzielle Lage der Studierenden scheint mehr als bedenklich. So gehen nur 60 Prozent der Studierenden von einer gesicherten Finanzierung ihres Studiums aus und 30 Prozent der Studierenden sind neben dem Studium mit einer Erwerbsbelastung von mehr als 16 Stunden pro Woche konfrontiert. Der leichte allgemeine Rückgang der studentischen Erwerbstätigkeit kann laut Sozialerhebung zum einen auf die Einführung von Langzeitstudiengebühren zurückgeführt werden, da es eben diese Studierenden waren, die ohnehin oft einen hohen Erwerbsaufwand hatten. Zum anderen kann auch der steigende Anteil der Studierenden aus sozial höher gestellten Bevölkerungsgruppen eine Rolle für den Rückgang der studentischen Erwerbstätigkeit spielen, da für diese Studierenden eine eigene Erwerbstätigkeit möglicherweise nicht immer erforderlich ist. Bemerkenswert ist außerdem, dass - auch wenn die Gesamtzahl der KreditnehmerInnen weiterhin sehr gering ist - sich die Inanspruchnahme von Bildungskrediten der KfW in den letzten drei Jahren verdoppelt hat. Wenn sich dieser Trend fortsetzt - eine nicht ganz unwahrscheinliche Entwicklung angesichts der bereits eingeführten oder drohenden Studiengebühren - wird der Anteil an verschuldeten Studierenden in den nächsten Jahren weiter ansteigen.

Diese Resultate sind alarmierend und fordern die Politik zu Entscheidungen auf, die den aktuellen Tendenzen gegenläufig erscheinen. Soziale Bildungshürden abbauen und eine gesicherte finanzielle Ausstattung der Studierenden gewährleisten - Studiengebühren sind hier zweifellos der falsche Weg.

Kontakt und Infos

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am 18. Oktober um 19 Uhr im Lagerhaus (Schildstraße 12-19).

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