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| 16.09.2006 Abblocken und Einschüchtern: Mehr fällt dem Senator nicht ein! | ||||||
| Vor den Ferien hatten 350 KollegInnen über den Personalrat Schulen Bremen eine Überlastungsanzeige beim Senator für Bildung eingereicht. | ![]() | |||||||||||
| Vor den Ferien hatten 350 KollegInnen über den Personalrat Schulen Bremen eine Überlastungsanzeige beim Senator für Bildung eingereicht. Durch neue Verordnungen werden ständig zusätzliche Aufgaben auf die ohnehin zu hohe Unterrichtsverpflichtung draufgepackt. Das führt zu einer dauerhaften Überschreitung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit. Jede Kollegin/jeder Kollege hatte auf einem Formblatt angekreuzt, welche Belastungen an ihrem/seinem individuellen Arbeitsplatz dabei besonders ins Gewicht fallen. Inzwischen haben 250 weitere KollegInnen beim Personalrat eine solche Überlastungsanzeige abgegeben. Der Senator für Bildung wird zum einen aufgefordert, generell für die Senkung der Arbeitsbelastung zu sorgen. Zum anderen fordert jeder Kollege/jede Kollegin eine Auskunft, welche Tätigkeiten prioritär sind und welche im Falle regelmäßiger Mehrarbeit hintan gestellt werden können. Die Antwort des Senators auf die Überlastungsanzeigen ist sowohl ein Armutszeugnis als auch eine Provokation. |
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| Der Antwortbrief des Senators | ||||||||||||
| Den ersten 350 KollegInnen wird in einem pauschalen Schreiben mitgeteilt, dass eine individuelle Antwort nicht möglich sei – und das, obwohl jede(r) die ihn/sie besonders betreffenden Faktoren angekreuzt hatte (als ob eine Behörde, die für die Inflationierung von Tests gesorgt hat, einen angekreuzten Fragebogen nicht lesen könnte)! Und als ob wir – gerade zum Schulanfang – nicht genug zu tun hätten, werden alle 350 aufgefordert, kurzfristig bis zum 15.9. die Überlastung zu erläutern. Desweiteren wird denjenigen, die eine Überlastung durch regelmäßige Mehrarbeit angezeigt haben, nahegelegt, doch in Teilzeit zu gehen, das heißt, auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Dabei sind heute schon fast 50% aller KollegInnen in Teilzeit gegangen und viele arbeiten trotzdem – gerade aufgrund der neuen außerunterrichtlichen Verpflichtungen – viel mehr, als ihr Pflichtstundenanteil aussagt! Geschickt versucht der Senator, die kollektive Überlastung und Mehrarbeit zu einem Problem der individuellen Leistungsfähigkeit derjenigen umzumodeln, die sich beschwert haben. Ist diese Methode an sich schon zynisch und einem konstruktiven Betriebsklima abträglich, so wird sie zur Provokation, wenn damit junge Lehrkräfte massiv eingeschüchtert werden sollen! | ||||||||||||
| Einschüchterungsversuche | ||||||||||||
| Auf persönliche Anweisung Willi Lemkes wurden mehrere KollegInnen in der Probezeit, die die Aktion unterstützt hatten, von der Schulaufsicht zu einem dienstlichen Gespräch vorgeladen. Ihre persönliche Leistungsfähigkeit soll überprüft werden. Welche ältere Lehrkraft fühlte sich da nicht an die Methoden der 70er Jahre erinnert! Der Senator für Bildung zeigt sich hier als Anhänger schwarzer Pädagogik: Die schwächste Gruppe wird herausgegriffen, um sie einzuschüchtern. Gemeinsam gilt es zu verhindern, dass jungen KollegInnen, die sich an einer von der Personalversammlung der Bremer Lehrkräfte initiierten Aktion beteiligt haben, hieraus irgendwelche Nachteile erwachsen! Ebenso wie alle anderen beteiligten Lehrkräfte haben auch sie nicht etwa „persönliche Probleme“ zum Ausdruck gebracht, sondern den Arbeitgeber darauf hingewiesen, dass die verordneten neuen Tätigkeiten den Zeitrahmen der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit sprengen. Dies als Anlass für einen Disziplinierungsversuch zu nehmen, ist unerhört. Natürlich wird der Personalrat die vorgeladenen KollegInnen vertreten – aber es geht um mehr: Der Einschüchterungsversuch muss eingestellt werden! 250 weitere Überlastungsanzeigen liegen bereits vor. Gegen die Weigerung des Bildungssenators, über Entlastungsstunden zu verhandeln, hat der Personalrat das Verwaltungsgericht angerufen. Die GEW ruft alle Kollegien auf, die Sammlung von Überlastungsanzeigen fortzusetzen. Die beim Personalrat eingegangenen Anzeigen sollen dann in einer gemeinsamen Aktion in der Bildungsbehörde abgegeben werden. Hier werden auch die Konferenzbeschlüsse für mehr Entlastungsstunden überreicht. Insa Gildemeister, Harry Eisenach, Christian Gloede-Noweck | ||||||||||||