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16.06.2009 Arbeitsbelastung und Gesundheit

von Jürgen Burger
Ausgangspunkt für unseren Themenschwerpunkt war die abgeschlossene Online-Befragung über psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz Schule. Die Beteiligung war hoch (1500 KollegInnen) und die Ergebnisse liegen jetzt ausgewertet in der Bildungsbehörde vor. Der Personalrat hatte sehr lange darum gerungen, dass eine solche Befragung stattfindet, und Erich Breiter macht auf Seite 9 Vorschläge für Konsequenzen. Wir haben gleichzeitig versucht, mit Interviews und Erfahrungsberichten die Vielfalt und Spezifik der Belastungen in einer Reihe von Bildungsbereichen darzustellen.

Seitenabschnitte:

 Arbeitsbelastung_und_Gesundheit.pdf
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Die Auseinandersetzung mit der Arbeitsbelastung ist ein Dauerthema für die GEW. Nach Jahren der Pflichtstundenerhöhungen und neuer außerunterrichtlicher Aufgaben war es gegen Ende der Großen Koalition gelungen, durch einen Initiativantrag des Personalrats die Tatsache, dass viele bildungspolitische Versprechungen auf dem Rücken der Lehrkräfte gemacht wurden, zum öffentlichen Thema werden zu lassen. Das konkrete Ergebnis, das die neue Senatorin zugestand, war zwar relativ bescheiden (zwei Präsenztage weniger und sechs Stellen für die Sekundarschule), aber es war immerhin eine gewisse öffentliche Sensibilität für die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte geschaffen worden.

Nach der Devise „schlimmer geht’s immer“ verfolgt die Bildungssenatorin der rot-grünen Koalition jetzt ein riesiges schulpolitisches Umbauprogramm, bei dem das Bremer Stufenschulsystem zu einem im Kern rückwärtsgewandten System mit zwei abgegrenzten Säulen, einer Auslese nach Klasse 4 und Langformschulen von Klasse 5 bis 12/13 umgemodelt werden soll. Von der Wahlversprechung „Eine Schule für alle“ sind wir weit entfernt. Abgesehen von der inhaltlichen Kritikwürdigkeit dieses Vorgehens ist die Frage zu stellen, woher eigentlich die materiellen und personellen Kapazitäten für einen solchen Umbau kommen sollen. Sie sind nicht in Sicht. Stattdessen erleben wir eine zunehmende Konkurrenz unter den Schulen. (Wer bekommt eine Oberstufe, wer nicht? Wer wird möglicherweise sogar geschlossen? Etc.) So kann man eine Weile den Betrieb am Laufen halten. Jede(r) strengt sich an, um nicht zu den Verlierern zu gehören. Aber die langfristigen Folgen gehen an die Substanz – und das bei bevorstehendem LehrerInnenmangel.

Wir tun also gut daran, neue Initiativen zur Senkung der Arbeitsbelastung zu planen. Auf dem Bremer Gewerkschaftstag am 27. Oktober wird Prof. H.-G. Schönwälder ein Referat über die Konsequenzen aus dem Klemm-Gutachten zum Lehrkräftebedarf halten. Dabei sollen die Arbeitsbedingungen eine wichtige Rolle spielen. Wir werden berichten.

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