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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ November 2008 16.11.2008 Aufteilung eines Sek-II-Zentrums | ||||||
| 16.11.2008 Aufteilung eines Sek-II-Zentrums | ||||||
| von Georg Abraham, M. Lüllmann, W. Nemeth, R. Schalk | ||||||||||||
| Schullandschaft Bremen-Ost 2007: In einem von Herrn Fleischer-Bickmann geleiteten Moderationsprozess zwischen dem SZ Walliser Straße und den umliegenden Sek-I-Schulen [auch Gesamtschule Ost] wird ein Konzept erarbeitet, mit dem die potentiellen Gymnasiasten aus der Region für das SZ Walliser gehalten und die Interessen der Sek-I-Schulen berücksichtigt werden sollen. Januar 2008: Unser Leiter wird zur Behörde einbestellt und erfährt – völlig unvermittelt - in einer Leiterrunde der Region, unsere gymnasiale Abteilung wird zum kommenden Schuljahr der GSO angegliedert. Senatorin Jürgens-Pieper hat an allen Gremien vorbei so entschieden. Wir sind nie gefragt, nie gehört worden. Auffällig dagegen die mediale Präsenz der Senatorin mit der GSO-Leitung. Der Anfang vom Ende aller Schulzentren? |
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| Unser SZ hatte sich stets als Oberzentrum für die umliegenden Sek-I-Schulen verstanden. Den Schüler/-innen bot sich die Möglichkeit, vom Hauptschul- über den mittleren Bildungsabschluss, die Fachhochschulreife bis zum Abitur alles unter einem Dach zu erreichen – eigentlich das Oberstufenangebot erfolgreicher PISA-Länder. Im Übrigen: Baumert (Deutschlands PISA-Leiter) urteilt in der ZEIT [39,2008]: „Die Bundesländer, die ihr System durch die zusätzliche Einführung der Gesamtschule weiter differenziert und damit faktisch die soziale Ungleichheit erhöht haben, stehen unter besonderem Zugzwang“. Er sieht die Zukunft in durchgängigen Systemen von Klasse 1 bis 9, dann so etwas wie die derzeitigen Sek-II-Schulzentren als Oberstufen. Im Kollegium gab es zunehmend abteilungsübergreifenden Einsatz zwischen BS- und GY-Abteilung, die Leitungen und Stundenplaner hatten über die Jahre eine gute Zusammenarbeit entwickelt, Neueinstellungen erfolgten mit Blick auf beide Abteilungen, Stunden- und Raumpläne waren aufeinander abgestimmt - und es gab eine [sicher ausbaufähige] Zusammenarbeit mit der GSO | ||||||||||||
| Nun die plötzliche Aufteilung unserer Schule. Für die GSO sicher ein Gewinn, sie kann endlich die schon lange angestrebte eigene GyO anbieten, die GSO steigert ihre Attraktivität [auf Kosten der anderen Sek-I der Region?]. Aber die Schüler/-innen anderer Schulen wechseln nun eben zur GSO statt zur Walliser – beide Schulen unmittelbare Nachbarn. Das Kursangebot wird fast unverändert übernommen, die Änderungen waren eh im Gespräch. Das alte Kollegium wurde – wenn es denn wollte – komplett übernommen. Musste dazu ein funktionierendes Schulzentrum aufgelöst werden? Sicher waren wir nur der erste Mosaikstein zur Änderung der Schulstruktur, eine „bewährte Art“ Bremer Reformpolitik, wir kennen das aus früheren Jahren. Und die verbliebene BS-Abteilung? Wir haben den inhaltlichen und kollegialen Zusammenhang zum Gymnasium verloren, für uns Lehrkräfte eine Einschränkung. Unsere Schülerschaft ist nun sozial „anders“ zusammengesetzt – mit allen damit verbundenen Problemen. Man muss auf Dauer befürchten, dass – gerade im Bremer Osten – ein soziales Lernmilieu entsteht, das „problematisch“ werden kann. Einziges „Gegengewicht“ sind nun unsere Teilzeit-Berufschüler, z. T. über 30 je Klasse. Besonders kritisch ist insofern die Raumregelung zu sehen, unsere Abteilung wurde krass benachteiligt. Trotz gewachsener Schülerzahl haben wir nicht nur Räume verloren, sondern auch qualitativ wesentlich schlechtere Bedingungen. Bei 10 ausgetauschten Räumen haben wir statt ehemals 610 nur noch 370 qm [sic!], die Konsequenzen sind vorstellbar: Unsere z. T. nicht einfache Schülerschaft quetscht sich in häufig viel zu kleine Räume, moderne Unterrichtsformen schließen sich aus, nur Frontalunterricht – bei dieser Klientel(!) - ist umsetzbar, faire Klassenarbeiten sind kaum möglich, DV- und Lernbüroräume werden für den Normalunterricht (zusätzliche Zerstörungen!) genutzt. Alle Proteste der Leitung, der Schule nutzten nichts, ein Muster für die Wertigkeit der Gesamtschulen und der BFS in der Behörde? | ||||||||||||
| Aus den Sek-I-Schulen [auch der GSO] übernehmen wir als einzig verbliebene BS-Schule der Region u.a. die noch schulpflichtigen Schüler/-innen, die keinen Ausbildungsplatz erhalten haben, sehr oft Hauptschüler. Für sie sind die BFS die letzte Möglichkeit, einen verbesserten Abschluss zu erreichen. Dies scheint in der Schulbehörde kaum bekannt zu sein, man ist nur fokussiert auf die Entwicklung der neuen Schulstruktur. Wann merkt man endlich in der Behörde, welch eminent wichtige bildungs- und sozialpolitische Arbeit in den BFS geleistet wird – dass man dazu die entsprechenden Bedingungen braucht, im Übrigen nicht nur Räume? Wann wird man wohl erkennen, dass Schulzentren wegen ihres breiten Angebots ein fortschrittliches und notwendiges Element sind, wenn man denn ernsthaft erfolgreichen ausländischen Schulmustern nacheifern will? | ||||||||||||