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16.06.2009 Die Krise und die Gewerkschaften

von Jürgen Burger
Die gegenwärtige Krise, die als Finanzmarktkrise begann und jetzt die Realwirtschaft erreicht hat, ist nach dem Urteil von immer mehr ÖkonomInnen und GesellschaftswissenschaftlerInnen die tiefgehendste seit der Weltwirtschaftskrise von 1929. Damit kommen auf die Gewerkschaften riesige Anforderungen zu. Sind sie in der Lage, ihrer Rolle als Interessenvertretung der abhängig Beschäftigen gerecht zu werden?

Die Beantwortung dieser Frage – und zwar theoretisch und praktisch – ist von elementarer Bedeutung für die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung. Wie sollte es ohne starke Gewerkschaften gelingen, die Umverteilung von unten nach oben zu stoppen, die Kontrolle der Finanzmärkte durchzusetzen, Massenentlassungen und Dumpinglöhne zu verhindern, sozialstaatliches Handeln wieder zu stärken und eine ökologische Umsteuerung der Produktion einzuleiten? Die Gewerkschaften können dies alles nicht allein bewirken, aber es ist kaum vorstellbar, dass eine politische und gesellschaftliche Bewegung ohne die aktive Beteiligung der Gewerkschaften dabei Erfolge erzielt.

Wir haben Eindrücke vom Bundesgewerkschaftstag der GEW und vom „Kapitalismuskongress“ des DGB gesammelt und lassen zwei Autoren zu Wort kommen, die sich mit der Bankenkrise und der Krise der Automobilindustrie auseinander setzen. Eine geschlossene Strategie können wir mit diesem Mosaik nicht bieten – aber die Diskussion beginnt ja auch erst.

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