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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ Mai 2009 16.05.2009 Die neoliberale Umgestaltung der Hoc... | ||||||
| 16.05.2009 Die neoliberale Umgestaltung der Hochschulen | ||||||
| Analysen und Alternativen Buchbesprechungen von Wilfried Meyer und Jürgen Burger | ||||||||||||
| Frauke Gützkow und Gunter Quaißer (Hg.): Jahrbuch Hochschule gestalten 2007/2008. Denkanstöße in einer föderalisierten Hochschullandschaft. HSW, Bielefeld 2008 Frauke Gützkow ist beim GEW-Hauptvorstand beschäftigt, Gunter Quaißer ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik. Zum zweiten Mal haben sie dieses Jahrbuch zusammengestellt und eingeleitet. „Die Auswirkungen der Föderalismusreform I auf das Hochschulwesen zeichnen sich ab: Nichts weniger als die Abkehr vom kooperativen Föderalismus steht an, das Hochschulrahmengesetz wird abgeschafft, die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) auf eine Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) reduziert – der Rückzug des Bundes hat geradezu ein Vakuum hinterlassen. Das Prinzip der Kooperation wird zugunsten des Wettbewerbs aufgegeben, einem zentralen Begriff aus der neoliberalen Ökonomie. Anscheinend arbeitet jeder darauf hin, zu den Gewinnern im Wettbewerb zu gehören – dass es zwangsläufig Verlierer geben wird, nicht nur unter den Hochschulen sondern auch zwischen den Hochschulsystemen der Länder, wird noch viel zu wenig thematisiert. Die Interessen der Studierenden und Beschäftigten der Hochschule werden genauso vernachlässigt wie die demokratische Legitimation und die Transparenz von Entscheidungsverfahren.“ Mit Beiträgen von M. Anbuhl, O. Bartz, R. Bloch, R. Dobischat, A. Geiger, A. Keller, C. Kleinwächter, R. Kreckel, D. Kuhne, B. Liebscher, A. Lottmann, J. Maeße, D. Mey, P. Pasternack, H. Schui, L. Vospel und C. Wührmann. |
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| Jens Sambale, Volker Eick und Heike Walk (Hg.): Das Elend der Universitäten. Neoliberalisierung deutscher Hochschulpolitik. Westfälisches Dampfboot, Münster 2008 Die drei HerausgeberInnen, alle in Berlin tätig, schreiben in der Einleitung: „Der Impetus für dieses Buch entspringt zum einen unserem langen Leiden am Zustand der deutschen Universität seit unserer Graduierung Mitte der 1990er Jahre. Zuerst litten wir nur an der Armut der Universität, nicht nur weil sie uns – ihren damaligen Nachwuchs – mit befristeten Teilzeitverträgen abspeiste ... . Mehr noch entstand ein zugegebenermaßen stilles Leiden wegen der Bereitwilligkeit, mit der die Universität sich selbst kannibalisierte, um der Politik genehm zu sein.“ Es entstand eine Sammlung von lesenswerten Analysen (zum Teil aus Abschiedsvorlesungen prominenter Wissenschaftler). Die AutorInnen: B. Zeuner, H. Abromeit, E. Altvater, G. Thien, F. Deppe, M. Mies, H. Steinert, R. Bauer, A. Albrecht-Heide, H.-J. Krysmanski, C. v. Werlhof, W. Neef. | ||||||||||||
| Konrad Paul Liesmann: Theorie der Unbildung Serie Piper, München 2008 Ausgehend vom Begriff der Halbbildung, so wie Adorno ihn prägte, schlägt der Autor einen fundierten Bogen zur heutigen sogenannten Wissensgesellschaft, in der immer mehr Menschen immer weniger Wissen. Sophia, das Wissen, hat immer auch mit Verbindung herstellen, subjektiven Bezügen, Zusammenhängen zu tun. Das Internet bietet unzusammenhängende Informationen und Fakten, die in Kontext gebracht werden müssen, erst dann könnten sie zu Wissen werden. Viele, die diesen Begriff der Wissensgesellschaft oft im Munde führen, haben mit Bildung im eigentlichen Sinn nichts am Hut. Sie wollen die Input-Output -Ideologie des Marktes auch in Schulen und Hochschulen durchsetzen. Aber Bildung ist nun mal keine Ware. So verkommt vieles zu rhetorischen Gesten und leeren Worthülsen. Wer „Slumdog Millionaire“, den Film, gesehen hat, der kann ahnen wovon der Autor spricht. Und was ist Bildung heute? Als Hochschulprofessor setzt sich Liessmann mit den Veränderungen im Studium scharfsinnig auseinander: „Die Misere der europäischen Hochschulen hat einen Namen: Bologna....Der Bachelor ist der Studienabschluß für Studienabbrecher. Wer bislang mangels Qualifikation an einer Diplomarbeit scheiterte, wird nun zum Akademiker befördert. Auf dem Papier, d.h. in den OECD-Statistiken , werden sich die zahlreichen Bachelors dann auch ziemlich gut machen.“ Liessmann verbindet gekonnt Vergangenheit und Gegenwart, um dem oft leeren Gerede der heutigen Wissenschaft die Grundlagen unserer Kultur und Geschichte der Bildung um die verstopften Ohren zu hauen. Ein äußerst scharfsinniges und zudem witziges Buch, das auch zum herzhaften Lachen über eigene und andere Ansichten auffordert. So kommt der Autor fundiert resümierend und auch z.B. Schwanitz’ Veröffentlichung kritisierend zur Theorie der Unbildung: „Wer behauptet, er wisse alles, was man wissen muss, wird nicht lange warten müssen, um nachgewiesen zu bekommen, dass er vieles, was man wissen müsste, nicht weiß“. Ein tolles Buch für alle, die nicht wissen, was man eigentlich wissen können soll. | ||||||||||||