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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ Januar 2008 16.01.2008 Ein Betrieb – eine Belegschaft | ||||||
| 16.01.2008 Ein Betrieb – eine Belegschaft | ||||||
| von Peter Krug (Betriebsratsvorsitzender der Bremer Tageszeitungen AG) | ||||||||||||||||
| Der Verleger von Weser-Kurier und Bremer Nachrichten und Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG, Herr Dr. Ulrich Hackmack, hat seiner Belegschaft ein übles Präsent unter den Weihnachtsbaum gelegt. Die Anzeigenabteilung mit 61 Beschäftigten wird zum 31. Dezember 2007 geschlossen. Ab 1. Januar 2008 sollen alle AnzeigenmitarbeiterInnen in die neue Firma „Medien-Vermarktung Bremen GmbH“ (MVB) überwechseln. Waren es bislang die Gründungen von Firmen für neue Mitarbeiter (MVS oder PDN), die ihm einen Weg aus den Tarifen ermöglichten, so sind erstmals 61 Angestellte der Bremer Tageszeitungen (BTAG) betroffen. |
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| Perfide Zerschlagungsaktion | ||||||||||||||||
| Das heißt: Spätestens nach einem Jahr gesetzlicher Übergangsregelung sind anschließend allen Schweinereien Tür und Tor geöffnet. Kein Tarif, kein Betriebsrat, jeder gegen jeden. Die Hatz kann beginnen, das Buhlen um jeden Cent. Über die wahren Hintergründe dieser perfiden Zerschlagungsaktion eines gesunden Unternehmens, die Dr. Hackmack nach eigenen Angaben bereits seit zwei Jahren hinter dem Rücken des Betriebsrates verfolgt, lässt sich nur spekulieren. Es gibt nämlich keine wirtschaftliche Schieflage bei der BTAG, die ein solches Outsourcing nur im entferntesten rechtfertigen könnte. Zudem widerspricht die Aktion der allgemeinen Philosophie seiner Arbeitgeber-Kollegen. Da heißt es nämlich: Outsourcen Sie nur Bereiche Ihres Unternehmens, die nicht direkt dem Kerngeschäft zuzuordnen sind! Und was macht der BTAG-Vorstand: Gegen jede unternehmerische Vernunft spaltet er die Kernabteilung Anzeigen ab. Denn eins steht auch fest: Um die „Vermarktungskompetenzen auszubauen“ (Mitarbeiterinfo 15.11.2007), bedarf es keiner neuen Firma. Das kann die BTAG-Anzeigenabteilung auch. Was auch immer den BTAG-Vorstand zu dieser skandalösen Betriebsspaltung bewogen hat, eins steht fest: Sie ist wirtschaftlich völlig unnötig und zugleich auch menschenunwürdig. | ||||||||||||||||
| Belegschaft und Betriebsrat kämpfen | ||||||||||||||||
| Ulrich Hackmack hat über Jahre die Mitarbeiter und den Betriebsrat der BTAG hintergangen und ihr Vertrauen missbraucht! Wenn er von „vertrauensvoller Zusammenarbeit“ gesprochen hat, dann war das schlicht unwahr. Das hat er mit seiner neuesten Aktion ganz klar bewiesen: Ulrich Hackmack hat endlich die Katze aus dem Sack gelassen und sein eigentliches Ziel offenbart: Die Bremer Tageszeitungen sollen zerschlagen werden! Dagegen wehrt sich die Belegschaft mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Ob auf der betriebsverfassungsrechtlichen (juristischen) Ebene oder durch Informationen der Öffentlichkeit über die anderen Bremer Medien. In den eigenen Blättern wird darüber ja nicht berichtet. Buten und Binnen, die TAZ und der Weser Report haben über den Konflikt beim „Weser-Kurier“ berichtet. Besonders gewurmt hat Dr. Hackmack eine Anzeige von Mitarbeitern und Betriebsrat im Weser Report mit dem Titel „Nein zur Zerschlagung der Bremer Tageszeitungen AG“. Gegen die Veröffentlichung solcher Anzeigen wollte Hackmack vor dem Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung gegen den Betriebsrat erwirken. Doch dieser Schuss ging nach hinten los. Die Arbeitsrichterin mochte seinen Argumenten nicht folgen. Sie gab dem Betriebsrat recht: Ein Betriebsrat dürfe seine Meinung auch außerhalb des Betriebes kundtun und erinnerte an Berichterstattungen und Anzeigen im Weser-Kurier die sich mit Konflikten in anderen Bremer Betrieben und Dienststellen auseinandersetzen. Der BTAG-Verleger Hackmack präsentiert sich gern in der Öffentlichkeit als Hüter von Pressefreiheit und Demokratie. Nur im eigenen Haus will er das nicht gelten lassen. Sein Ziel ist offensichtlich die Zerstörung gewerkschaftlicher und betriebsverfassungsrechtlicher Strukturen. Ermuntert durch den öffentlichen Zuspruch werden Belegschaft und Betriebsrat weiter gegen die Willkürherrschaft und eine Unternehmensführung nach Gutsherrenart kämpfen. Unter dem Motto „Ein Betrieb – eine Belegschaft“ werden wir uns auch nach dem 1. Januar 2008 gegen die weitere Zerschlagung der Bremer Tageszeitungen AG wehren. | ||||||||||||||||