| Christel Blank-Meine, Schule an der Stader Straße, Grundschule | 
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| In den letzten 21/2 Jahren hat sich an unserer Schule viel verändert. Evaluation, Jahresplanung, Standards, Präsenszeit.... diese Begriffe bestimmen eigentlich unsere tägliche Arbeit. Doch es ist uns gelungen, diesen von „oben“ verordneten Reformen etwas entgegen zu setzen. Als Reformschule der Zwanziger Jahre haben wir uns auf unsere Wurzeln besonnen und uns entschieden, ästhetische Erziehung zu stärken und sie wieder mehr ins Zentrum des Geschehens zu rücken. Dass dabei alle Kinder, unabhängig von ihrem sozialen Status, beteiligt werden, war uns besonders wichtig. Die Behördenausschreibung von Musikprojekten im Februar 2003 ermutigte uns, ein Konzept auszuarbeiten und einzureichen. Versprochen wurden personelle und materielle Ausstattung ( aus Mitteln, die Wiederholerquote zu senken!). Unser Konzept überzeugte, wir erhielten Mittel zur Anschaffung von Instrumenten und eine – bis heute – begrenzte personelle Unterstützung in Form von Stunden für InstrumentallehrerInnen. Seitdem lernen immer mehr Kinder in der Betreuungszeit oder nach dem Unterricht ein Instrument bzw. singen im Chor. Im Herbst 03 starteten wir mit dem ersten Orchesterprojekt, weitere folgten. Durch die Kooperation zwischen Instrumentalunterricht (von ausgebildeten Musiken der Musikschule „Casa della Musica“) und schulischem Musikunterricht wird unser Musikunterricht enorm bereichert. Dank intensiver Aufbauarbeit erweiterte sich unser Projekt und hat auf alle Beteiligten großen Einfluss:
- Immer mehr Kinder singen im Chor oder lernen ein Instrument. Sie erleben, dass sie anders bzw. mehr wahrgenommen werden. Chor und Orchester gehören zum schulischen Alltag der Kinder. Erfolge stärken das soziale Klima über Klassengrenzen hinweg.
- Wir gestalten Feste und Feiern mit anspruchsvollen und vielseitigen Chor- und Orchesterbeiträgen sowohl in der Schule als auch im Stadtteil.
- Wir haben uns erfolgreich an Wettbewerben beteiligt. Die Teilnahme am Bach-Wettbewerb der Bremer Schulen hatte einen großen Stellenwert und stärkte das Selbstbewusstsein und den Teamgeist aller Beteiligten ganz erheblich. Dass intensives Proben zu einem sehr guten Ergebnis führt, war für viele Kinder eine wichtige Erfahrung.
- Ein besonderes Highlight war für viele der Besuch des berühmten Flötisten Emanuel Pahud an unserer Schule. Ca. 100 Kinder hörten begeistert zu und stellten viele Fragen. Er war erstaunt über das große Interesse der Kinder an seinem Instrument und an Musik überhaupt.
- Eltern schätzen die intensive musikalische Förderung an unserer Schule und fühlen sich der Schule sehr verbunden. Bei Auftritten unterstützen sie uns konstruktiv durch ihre Mitarbeit und erfahren so schulischen Alltag. Einige musikalisch Aktive luden im März diesen Jahres zu einem Benefizkonzert zugunsten unseres Profils ein, spielten als Duo oder Band, sangen gemeinsam mit Kolleginnen im Chor und sammelten für unsere Orchesterarbeit.
- Im Kollegium nimmt die Akzeptanz der musikalischen Arbeit zu. Die KollegInnen waren zu Beginn oft nicht begeistert, wenn Orchesterkinder zu den Proben den Unterricht früher verließen bzw. ganz fehlten. Der Konflikt, einerseits Standards zu erreichen und andererseits ästhetische Erziehung ernsthaft zu realisieren, lastet auf uns allen. Doch die Freude der Kinder an dieser Arbeit bestätigt uns letztendlich, sie fort zu setzen.
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