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16.06.2008 Förderzentren:

Schülerzahlen & Lehrerstundenzuweisungen
(2004 – 2008)
von Rudolf Siemer
In der Stadt Bremen gibt es 12 Förderzentren für die Bereiche Lernen, Sprache, Verhalten (LSV), 3 für die Bereiche Wahrnehmung & Entwicklung (W&E) sowie 5 Spezial-Förderzentren. An ihnen werden in diesem Schuljahr 3.468 SchülerInnen von 472 Lehrkräften unterrichtet und weiteren pädagogischen/pflegerischen Kräften betreut.

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Anmerkungen

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Von 2004 bis 2008 wurden die Lehrerwochenstunden für die Förderzentren LSV um 3,7% gekürzt, da aber im selben Zeitraum die Schülerzahlen um 6,4% stiegen, ergibt sich in den vier Jahren eine rechnerische Kürzung um 10%.
Für alle bremischen Förderzentren wurden in diesem Zeitraum die Lehrerzuweisungen um 1,1% gekürzt wurden, aber die Schülerzahlen stiegen um 9,4%, alleine an den Förderzentren W&E um knapp 13%.

Gemäß der Kultusministerkonferenz gab es 2006 in den bremischen Förderzentren LSV eine Schüler-Lehrer-Relation von 8,6. Diese lag schon über dem Bundesdurchschnitt von 8,0 und war aber noch weit von der Realität (10,8 Schüler pro Lehrkraft) entfernt. (Der Widerspruch dieser Zahlen wird in der Anmerkung erläutert.)

Insgesamt mutet kein Bundesland seinen Sonderschullehrern LSV soviel Schüler zu wie Bremen.
Je nach bremischem Förderzentrum liegen die Zahlen zwischen 8,31 und 14,4 Schüler pro Lehr-kraft.

58,4% aller Schüler mit anerkanntem sonderpädagogischen Förderbedarf LSV werden derzeit in-tegrativ in Regelschulen gefördert (1.502 von 2.609). Dabei gibt es regionale Unterschiede, die Spanne liegt zwischen 25% und 100% integrativer Beschulung, die Tendenz ist, entgegen dem Bundestrend, aber rückläufig.

Der Anteil der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf LSV ist in den Stadtteilen unter-schiedlich hoch, die Spanne liegt zwischen 2,8% und 11,6% je nach Stadtteil. Dort, wo es die we-nigsten Gymnasialschüler gibt, gehört fast jeder 9. Schüler aus den Klassen 1 bis 10 zum Förder-zentrums LSV.

Für jedes Kind mit anerkanntem Förderbedarf LSV stehen den Förderzentren 2,6 Lehrerwochen-stunden zu. Dies ist ein rein theoretischer Wert, denn im bremischen Durchschnitt sind es nur 2,5 Lehrerwochenstunden, je nach Förderzentrum sind es 1,9 bis 3,2 Lehrerwochenstunden pro Kind.
Wie ein Förderzentrum mit zugewiesenen 1,9 Lehrerwochenstunden pro Kind eine Förderung ma-chen soll, die diesen Namen auch verdient, ist unklar.

Schon seit Jahren werden die Förderzentren unterschiedlich versorgt. Diejenigen, die am wenigs-ten integrativ arbeiten, haben die meisten Stunden pro Schüler zur Verfügung. Es scheint der Wille der Behörde zu sein, die traditionell segregativ arbeitenden Förderzentren besser mit Stunden auszustatten.

Die gesamte Lehrerstundenzuweisung für die Förderzentren LSV wird nach einer älteren Formel berechnet [5,7% aller SchülerInnen im Primar- und Sek-I-Bereich und dafür stehen pro SchülerIn 2,6 Lehrerwochenstunden zur Verfügung], die sich 1995 aus dem Bestand der Lehrer und Schüler ergab. Dieser 14 Jahre alte Berechnungsschlüssel gilt heute immer noch.
Damals hatten nach Berechnungen der Behörde 3,8% aller Schüler in den Klassen 1 – 10 einen Förderbedarf LSV, hinzu kam die Hälfte der Stunden (= 1,9%) für präventive Arbeit.

Im Schuljahr 2007/08 haben 5,9% aller Schüler in den Klassen 1 bis 10 einen anerkannten son-derpädagogischen Förderbedarf LSV. Dabei ist das anfangs eingeplante Stundenvolumen für prä-ventive Arbeit schon lange nicht mehr vorhanden.

Betrachtet man alle bremischen Förderzentren, so haben 6,8% aller bremischen Schüler im Pri-mar- und Sekundarbereich einen anerkannten sonderpädagogischen Förderbedarf, das heißt jeder 15. Schüler.
In diesem Schuljahr ist der Anteil leicht gefallen. Ursache hierfür sind nicht die sinkenden bremi-schen Schülerzahlen, denn die veränderten sich nur von 51.618 auf 51.107. Ursächlich ist das veränderte Verfahren, die Behörde entscheidet inzwischen allein über die Anerkennung des son-derpädagogischen Förderbedarfs und den Förderort.

Für das Jahr 2006 weist die KMK eine Förderschulbesuchsquote von 4,8% bundesweit aus. Für Bremen sind es gemäß der Statistik 4,2%, tatsächlich aber 7,0%. Damit hat Bremen eine Förder-schulbesuchsquote die nur von Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern übertroffen wird.

Die Prognosen der Behörde sind seit Jahren mehr als mangelhaft. Viele Jahre ging die Behörde von sinkenden Schülerzahlen für die Förderzentren aus, obwohl die hauseigenen Zahlen schon seit Jahr das Gegenteil belegen.
Anfang 2005 ging die Behörde von 1.662 Schülern für das Schuljahr 2005/06 aus.
An die Kultusministerkonferenz wurden aber 2.643 Schüler gemeldet. Tatsächlich wurden 3.665 Schüler mit anerkanntem sonderpädagogischen Förderbedarf in den bremischen Schulen be-schult.

An allen bremischen Förderzentren werden derzeit 3.469 Schüler in den Klassenstufen 1 bis 10 unterrichtet. An allen durchgängigen Gymnasien sind es bis Klasse 10 nur 4.149 Schüler.
Aber welche Schulart steht im Fokus der Öffentlichkeit, bis hin zur geplanten Errichtung von Schutzzonen? Und welche Schulart wird in der derzeitigen Diskussion fast immer vergessen?

Anmerkungen

Die Zahlen für diese Berechnungen, sind den jeweiligen Bestandsdaten, Schnellmeldungen und Magellan-Auswertungen der Senatorin für Bildung, sowie der Statistik der KMK entnommen.
Die SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die integrativ in Regelschulen von SonderschullehrerInnen unterrichtet werden, sind bei den obigen Berechnungen mit einbezogen worden, die Behörde ignoriert sie, im Gegensatz zu den übrigen Bundesländern, einfach.

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