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16.11.2008 Frischluft

von Wilfried Meyer
Gegen diese ewigen grob unzulässigen Verallgemeinerungen. - oder wie G. Polt schon kabarattisierte: „Wer zohlt wieder? Mir zohln olles!“ ... Ein Bier auf Hartz IV.
Die Banker sind die Juden von heute. Jedenfalls haben sie den Stern vorn am Auto. Wir retten die Pleitebanken. Auf die Deutschen kommt Schlimmes zu. Wir steuern auf eine Rezession hin. Die Rentner kriegen zuviel Rente, die Lehrer sollen den Bildungskarren aus dem Dreck ziehen. Die Gesellschaft ist schuld. Immer wir.

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Welchen Einfluss hat denn der Hartz IV-Empfänger in der Finanzkrise? Und unsere Mittelschicht ? Die Lehrerin mit ihren paar Aktien? Glaubt denn einer, der denken und lesen kann, dass ein Topmanager, ein Politiker, ein Entscheider, einer der auf der oberen Schneide der Schere sitzt, in die Pleite geht. Wenn es hoch kommt, dann tritt einer zurück oder wird zurückgetreten und nennt dies Übernahme der Verantwortung. Meistens stiehlt er sich mit einer saftigen Abfindung davon oder geht stiften nach Liechtenstein. Von mehr Kontrolle ist die Rede. Aber sitzen nicht Dutzende von gewählten Politikern in den Aufsichtsräten der Banken? Ja, was machen die denn da ?
Wie viele der Großverdiener haften denn mit ihrem eigenen Vermögen, wenn sie eine Firma in den Bankrott oder Arbeitnehmer auf die Straße treiben? Mir fällt gerade keiner ein. Und wenn ich 10 Millionen im Jahr verdiene, dann bezahle ich bei Verurteilung die eine Million doch aus der Portokasse. Wir bringen sogar die Putzmittel mit in die Schule, weil dafür das Geld fehlt, meinen Umzug als Lehrkraft muss ich auch selbst bezahlen, das Weihnachtsgeld ist weg und die schmale Lohnerhöhung frisst die Inflation. Und seit Jahren muss gespart werden, weil Bremer Politiker seit Jahren Schulden machen. Aber plötzlich, der Untergang unseres tollen Bankenwesens droht, ist eine Menge Geld da, die Regierung stützt das marode Finanzsystem mit Milliarden. Wenn eine Bank schon 6-8 Milliarden in die sauberen Spekulantenfinger bekommt, warum nicht Bremen mal eben 20 Milliarden. Damit wäre Bremen frei, endlich frei. Und unten: Erst ließen sie sich wählen in Bayern, dann leider erst bemerkte man den Zusammenbruch der Landesbank. Bei der Koalitionsbildung verstand ich aus dem Radio „Schwarz-geld“, dabei hieß es „Schwarz-gelb“. Bitte um Verkündigung der Rettung des maroden, föderalen Bildungssystems durch ein Milliardenpaket der Bildungsrepublikkanzlerin Merkel und ihres Geldsackhalters Steinbrück. Das wär’s doch.

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