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01.12.2011 GEW Stellungnahme zur VERA 8 - AG

Vera-Test-AGs der Behörde kommen bisher zu keinen wesentlichen Veränderungen
Proteste führten zu AGs, die Vera diskutieren




Die Proteste vorwiegend aus den Grundschulen (GEW-Unterschriftensammlung mit über 500 Unterschriften) hatten zur Folge, dass die Bildungssenatorin Jürgens-Pieper AG's zu Vera 3 und Vera 8 einsetzte, die die Vera-Test-Praxis diskutieren, überprüfen und ggf. verändern sollten. GEW und Grundschulverband waren beteiligt.
Die Vera-8-AG hat ihre Arbeit nach 4 Terminen beendet. Die Vera-3-AG tagt zum letzten Mal im Januar. Zur Vera-8-AG eine erste Stellungnahme der GEW:

Mehr Infos...

Hier die Infos zu unseren Protesten im Jahr 2011:

17. Mai 2011 | Schluss mit der Testeritis
[mehr...]

16. August 2011 | Testeritis - Unterschriften zeigen Wirkung
[mehr...]

 

Offener Brief an die Teilnehmer_innen der AG zu VERA 8

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Arbeitsgruppe Vera 8,
im Protokoll der 3. Sitzung wurde unter Punkt „ii. Testung, Korrektur und Dateneingabe“ vermerkt, dass die Arbeitsbelastung für die Kolleginnen und Kollegen ähnlich wie bei einer Klassenarbeit sei und es ihnen frei stehe, die Anzahlen der regulären Klassenarbeiten zu reduzieren. Ferner wurde vermerkt, dass das Schreiben von Vera-Tests an einer Schule nur in einem Fach bzw. in einem rotierenden Verfahren mehrheitlich nicht befürwortet worden sei. Dieses mehrheitliche Ergebnis der Arbeitsgruppe habe ich ebenfalls wahrgenommen.

Als Vertreter der GEW möchte ich aber hierzu eine abweichende Stellungnahme abgeben. Sie ist uns insofern wichtig, dass es für uns aufgrund der vielfachen Unzufriedenheit unserer Kolleginnen und Kollegen mit Vera, die in unserer Unterschriftensammlung zum Ausdruck kam, nicht akzeptabel ist, wenn der kommende Vera-Durchgang unverändert durchgeführt wird. Wenn nur einige schöne zusätzliche Handreichungen herauskommen, ist uns das zu wenig! Neben des Problems der inhaltlichen Akzeptanz ist vor allem die zusätzliche Arbeitsbelastung ist für viele Lehrkräfte ein wesentliches Argument gegen Vera. Hier erwarten wir zusätzliche wirksame Veränderungen!

 GEW_Stellungnahme_Vera_8_AG.pdf
 

VERA-8 wird im Schuljahr 2011/12 an folgenden Terminen durchgeführt:
Deutsch (Lesen und Orthografie): 24.02.2012
Englisch (Lesen und Zuhören): 28.02.2012
Mathematik (alle Leitideen): 01.03.2012

VERA 3 wird im Schuljahr 2011/12 verbindlich in allen Grundschulen an folgenden Terminen durchgeführt:
08.05.2012 - Deutsch (1. Testtag)
10.05.2012 - Deutsch (2. Testtag)
15.05.2012 - Mathematik



Unsere Kolleginnen und Kollegen in Bremen sind enorm belastet, durch eine zu hohe Unterrichtsverpflichtung, für die zusätzliche pädagogische Arbeit mit oft besonders benachteiligten Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern, für viele Aufgaben im Rahmen der Schulentwicklung und zur Erledigung bürokratischer Zwecke. Zum Teil ist die Arbeit auch bei ihrem Übermaß für sie sinnvoll, zum Teil erscheint sie vielen Lehrkräften als fragwürdig bis sinnlos. Die Arbeit an den Vera-Tests wird von sehr vielen Kolleginnen und Kollegen als persönlich sehr fragwürdig erachtet.

  1. In dieser Situation sind ein Moratorium, zumindest aber eine Gleichstellung der übermäßig belasteten Bremer Lehrkräfte mit der Vera-Situation in einigen anderen Ländern, in denen Schulen teilweise nur in einem Fach einen Vera-Test schreiben, dringend notwendig! So könnte der Betroffenenkreis reduziert werden!
    Das habe ich auch schon während der Arbeitsgruppe gesagt. Eine weiteres Problem habe ich in der Arbeitsgruppe als Problem benannt . Viele Kolleginnen und Kollegen unterrichten in Jahrgangsteams und haben häufiger 2 oder 3 Klassen in den 3 Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Diese sind besonders belastet. Aufgrund nachträglicher Diskussionen in der GEW dazu eine weitere Forderung:
  2. Deshalb sollte jede Lehrkraft höchstens einen Klassen-Vera-Test durchsehen und die Daten eingeben müssen!
    Die Reduzierung von einer Klassenarbeit in Klasse 8 ist demgegenüber nur ein Notbehelf, zumal das auch nicht immer unproblematisch ist, weil ja Unterrichtseinheiten durchgeführt und für die Rückmeldungen gegenüber Eltern und Schülerinnen und Schülern bzw. die Zeugnisse der Leistungsstand dokumentiert werden muss. Auch wenn die Bremer Beteiligung am Vera-Test in der jetzigen Form weiterhin von uns abgelehnt wird, ist für die Übergangszeit eine zusätzliche Anerkennung der geleisteten Arbeit in materieller Form wichtig:
  3. Für die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen wäre entweder eine vergütete zeitliche Arbeitszeitreduzierung in Form eines zusätzlichen freien Tages oder eine zusätzliche Vergütung – wie bei der Studierendenbetreuung – notwendig!

Wenn die Vera-Arbeitsgruppe nur den Sinn hat, dass sich nichts an Vera ändert, ist das für die GEW und für die meisten Kolleginnen und Kollegen nicht akzeptabel! Das tragen wir nicht mit!
Mit freundlichen Grüßen

Harry Eisenach,
GEW-Landesverband Bremen


Landesvorstandssprecher
Christian Gloede
Bernd Winkelmann

GEW Landesverband Bremen | Bahnhofsplatz 22-28 | 28195 Bremen
tele 0421-33764-0 | fax 0421-33764-30 | email info (at) gew-hb.de

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