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16.01.2008 Gesund im Beruf - gesund aus dem Beruf!?

Die Belastungen im LehrerInnenberuf nehmen in den letzten Jahren ständig zu – in manchen Untersuchungen wird er schon im gleichen Atemzug mit Hochstresstätigkeiten wie Fluglotsen genannt. Und bei den anderen Beschäftigten in den Schulen ist es auch nicht viel anders.

Seitenabschnitte:
Gefährdungsbeurteilung steht noch aus
Betriebliches Eingliederungsmanagement: ein Baustein
Sofortmaßnahmen sind notwendig
Gesund älter werden
Gute Beratung bleibt Ziel

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Gefährdungsbeurteilung steht noch aus

Seit Jahren arbeitet die GEW im Personalrat daran, zumindest die Grundvoraussetzungen zu schaffen, um wirksame Maßnahmen zum Abbau der enormen Arbeitsbelastungen zu ergreifen: Eine Untersuchung der psychischen Gefährdungen und Belastungen , mit denen wir im Schulalltag konfrontiert werden.
Diese Gefährdungsbeurteilung, die übrigens vom Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben wird, wurde bisher immer wieder „verschoben“.
Wir fordern, dass die neue Senatorin dies nun ändert. Das wäre der allererste Schritt, um konkrete Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Kollegen zu planen und dann hoffentlich auch durchzuführen.Mittelfristig sollen dann solche Maßnahmen in ein „Gesamtkonzept Gesundheit im Beruf“ einfließen.

Betriebliches Eingliederungsmanagement: ein Baustein

Mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) wurde in diesem Zusammenhang eine weitere gesetzliche Grundlage mit dem Ziel geschaffen, die gesundheitliche Lage der Beschäftigten zu verbessern. Das BEM verpflichtet die Schulleitungen, mit KollegInnen nach einer längeren Krankheit (mindestens 6 Wochen) ein Gespräch zu führen, um ihnen mit entsprechenden Maßnahmen die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zu erleichtern und eventuell krankmachende Arbeitsbedingungen herauszufinden und zu verändern.
Jedoch steht das Betriebliche Eingliederungsmanagement erst am Anfang.

Sofortmaßnahmen sind notwendig

Kurzfristig müssen nach unserer Meinung daher Möglichkeiten geschaffen werden, um Kolleginnen in besonders belastenden Akutsituationen sofort vorübergehend zu entlasten!
Die einfachste, günstigste und wirksamste Akutmaßnahme zur Entlastung wäre die Rücknahme aller bürokratisch verordneten „Präsenzen“ (Präsenztage und Präsenzzeiten) und unbezahlter Mehrarbeit !

Gesund älter werden

Auch das selbsterzeugte „Phänomen“ der Überalterung der Bremer Lehrkräfte ist hinreichend bekannt.
Ein erster Schritt dahin, dass wir unseren Ruhestand auch wirklich gesund erreichen können, wird durch die Wiedereinführung der Altersteilzeit mit entsprechender Altersermäßigung bereits gemacht.
Weitere Schritte für alle Beschäftigten sind aber dringend notwendig, um der spezifischen Situation in den Schulen gerecht zu werden.
Dazu die Forderungen der GEW im Personalrat

  • Altersteilzeit wieder ab 55 Jahren ermöglichen
  • Altersermäßigung ab 55 Jahren für alle pädagogisch Tätigen
  • Absenkung des Ausstiegsalters (oder zumindest „einfrieren“ auf 65 Jahre)
  • echte Ersatzarbeitsplätze für Kolleginnen, die den täglichen Belastungen in der Schule nicht länger gewachsen sind
  • Rücksichtnahme auf Ältere bei der Schulorganisation (z.B. altersgerechte Stundenpläne, Ruheräume, Entflechtung statt Verdichtung)
  • Gesundheitsmanagement für Ältere

Gute Beratung bleibt Ziel

Der Beratung und Unterstützung im Gesundheitsbereich kommt eine zunehmend größere Bedeutung zu.Wir GEW-KollegInnen im Personalrat sind uns dieser Herausforderung bewusst und werden auch weiterhin mit viel Energie die betroffenen KollegInnen beraten und unterstützen sowie für strukturelle Verbesserungen für alle Beschäftigten kämpfen.

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