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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ September 2009 16.09.2009 Gesundheit!! Danke! | ||||||
| 16.09.2009 Gesundheit!! Danke! | ||||||
| Anmerkungen zum Problem der Gesunderhaltung, der Maus Speedy Gonzales und Qualitätssteigerung von Unterricht von Wilfried Meyer | ||||||||||
| Frisch und gut erholt nach den Ferien nehmen wir uns immer wieder vor, dass uns die Hektik des Alltags, die Fülle der Aufgaben, die Belastungen des Schulalltags, die Bedürftigkeiten der SchülerInnen nicht gleich erschlägt. Das gelingt schlecht. Und macht keinen Unterschied zwischen jung und alt. Warum ? Wer ist dafür verantwortlich? |
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| Nach dem Besuch von Seminaren wie „Zeitmanagement“, „Wie gehe ich mit Störungen um?“, „Umgang mit schwierigen Schülern“, „Gelassen am Arbeitsplatz“ drängt sich oft der Gedanke auf, dass es ganz viel Leute gibt, die wissen wie es geht, die aber den Job nicht machen müssen oder machen wollen. Mittlerweile tummeln sich Heerscharen auf dem Beratungsfeld und wollen dir sagen wie du gesund bleibst in deinem Beruf. Trotzdem gelangen immer weniger gesund in Rente, viele müssen vorzeitig aufhören. Burn out und andere typische Lehrkraftkrankheiten nehmen zu. KollegInnen, die schon länger im Beruf sind, bestätigen eine Entwicklung hin zur Verschlechterung von Arbeitsbedingungen und von Erhöhung der Arbeitsbelastung. Und das schon seit Jahren. Die Einrichtung und Abarbeitung von mehreren Baustellen an Schulen gleichzeitig ist an der Tagesordnung. Von Ganztagsschulen, Jahrgangsübergreifendem Unterricht, Tests, Schulen im Reformprozess, Gebäudesanierung, Bachelorvorbereitungen, bedarfsdeckendem Unterricht bei Referendaren, Präsenztagen, Fortbildungsverpflichtungen bis hin zu vielen Arbeitsgruppen, Steuergruppen, Fachgruppen, Projektgruppen muss alles irgendwie und möglichst schnell abgearbeitet werden. Kollegien gehen teilweise auf dem Zahnfleisch. Protestierenden Kollegen wird schon mal gesteckt: „Dann bist du dem Beruf wohl nicht gewachsen!“ Schon hast du ein individuelles Problem. Du hast dich nicht fit gehalten und alles getan, damit du deine Haut zu Markte tragen kannst. Wer kann denn, außer Politiker, mehr als zwei Schwerpunkte gleichzeitig setzen ? Ernsthaft niemand. Da lese ich in der Zeitung, dass Outdooraktivitäten stark zunehmen in letzter Zeit, weil (so Freizeitpäpste unisono): „Outdooraktivitäten tragen zur Entschleunigung des Highspeedalltags bei!“ Meine These ist, da ich Indoor arbeite, dass ich zusehen muss wie ich dort eine Entschleunigung hinbekomme. Eigentlich meinen sie Zeit! Reden aber neudeutsch von „Entschleunigung, zeitnähe und einem schmalen Zeitfenster“. Ich möchte aber in der Regel durch ein breites Zeitportal gehen oder auch mal zeitfern arbeiten. Davon ist leider keine Rede. Du brauchst Zeit, um eine Aufgabe sinnvoll zu erledigen. SchülerInnen brauchen Zeit um zu lernen, Studenten brauchen Zeit für ein sinnvolles Studium, Referendare brauchen Zeit für die Ausbildung, Arbeitsgruppen brauchen Zeit. Nur so lässt sich Qualität erreichen! Speed ist keine Lösung! Ein 12jähriges Turboabi, ein Schmalspurbachelor, ein bedarfsdeckendes Kurz-Referendariat, ein teilweise entpädagogisierter Personalmix an Schulen führt Bildungsqualität ad absurdum.Zum Nachdenken bleibt kaum noch Zeit. Für den Gegenbeweis wäre ich dankbar, denn trotz der Beteuerungen aus der Politik ist aus der „Wissensgesellschaft“ bis jetzt nichts geworden. Jeder soll noch mehr, aber in kürzerer Zeit an Wissen in sich hineinschlingen. Das ist Bulimielernen, erst viel reinfressen, dann für die Prüfung auskotzen. Und ist das krank? Ist es nicht ? | ||||||||||