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16.09.2008 Heterogenität

von Jürgen Burger und Wilfried Meyer
Die Frage ist heute nicht, ob wir von Heterogenität ausgehen müssen oder nicht, sondern wie wir damit umgehen können. Und wollen?
Angenehmer, ich tue so als hätte ich eine homogene Gruppe. Ich biete den Stoff, die Kinder verarbeiten ihn gleichzeitig, mäßig und gleich gut.
Wäre das einfach? Wäre ich zufrieden? Wäre es nicht das, was wir an unseren Vorgängern immer bemängelt haben: „Immer derselbe Striemel, immer das selbe Buch, immer das selbe Experiment.“ Er da vorn, wir hier hinten.
Pisa geht für Deutschland vom Überwiegen des „fragend-entwickelnden Unterrichts“ aus. Da hatte schon Pipi Langstrumpf passende Antworten.
Man erarbeitet sich sein Wissen selbst. Dies ist eine höchst individuelle, ganz persönliche Tätigkeit. Also was heißt dann Wissen vermitteln? Wir als Begleitung im Lernprozess. Das Zulassen vieler Fragen, deren Beantwortung Zeit braucht. Eine englische Studie zeigt, dass Lehrkräfte im Schnitt 2-3 Sekunden auf die Antwort warten. Dann kommt die nächste Lehrerfrage.
Notwendige Veränderungen können nicht verordnet und auch nicht durch Appelle vermeintlich Besserwissender herbeigezaubert werden.
„Und ab morgen unterrichte ich völlig anders ?!“

Seitenabschnitte:

 VorwortBLZ.pdf
 Vorwort
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Soll ein produktiver und erfolgreicher Umgang mit Heterogenität gelingen, so sind dafür verschiedene Elemente nötig:

  • Ein Gesamtsystem, das nicht auf Auslese abzielt, sondern zum Ziel hat, dass alle so weit wie möglich gefördert werden; ein entsprechend ausgestattetes Fördersystem;
  • ein Konzept, auch für Uni und Referendariat, wie dieses Ziel in Klasse und Schule erreicht werden soll; Aufarbeitung und Verbreitung von konkreten Bremer Beispielen;
  • ausreichende Zeit für Fortbildung, Materialerstellung, Recherche, Hospitationen statt Zwangspräsenzzeit; Arbeitsplätze;
  • ein Fortbildungsangebot, das für den Umgang mit Heterogenität qualifiziert und an den konkreten Schwierigkeiten der Kollegien ansetzt;
  • ausreichende Räume, Lern - Werkstätten, Labore und Geld für Materialien zur Differenzierung.
  • besondere Berücksichtigung von Brennpunkten in der Ausstattung mit Personal zur Ermöglichung kleiner Gruppen bzw. Halbgruppen.

QVP, Stadionmodelle und Abtesterei sind nicht die behördliche Unterstützung, die wir uns wünschen.
Dies alles zu fordern, bedeutet nicht, dass man in puncto Heterogenität nichts tun kann. Aber die Möglichkeiten sind eingeschränkt und unsere Kräfte werden immer wieder an Grenzen stoßen.


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