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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ Maerz/April 2009 16.03.2009 KIND-BILD-BUCH Drei Jahre BIBF | ||||||
| 16.03.2009 KIND-BILD-BUCH Drei Jahre BIBF | ||||||
| Interview mit PD Dr Matthias Duderstadt und Marco Holmer | ||||||||||||||
| 2005 wurde in der BLZ die Gründung des Bremer Instituts für Bilderbuchforschung angekündigt. Was ist daraus geworden? Was macht ihr jetzt? |
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| Matthias Duderstadt: Es war am Anfang nicht so recht klar, wo dieses Institut untergebracht werden sollte – bei der Kunst oder der Literatur? Schließlich haben Jochen Hering und ich es bei Erziehungswissenschaften gemacht, und da ist es ganz gut aufgehoben. Allerdings ist die Raumsituation im GW II mittlerweile problematisch. Auf der Homepage des Instituts können die beiden ersten Veröffentlichungen unserer Zeitschrift „Kind-Bild-Buch“ auch heruntergeladen werden. Außerdem findet man dort Handbücher mit Anleitungen. Unsere Kinderbuchsammlung kann man sich auch ansehen, im GW II B 2090 (nach telefonischer Verabredung eines Termins - 218 - 69430). Wir haben dort auch etwa 20 Titel von hoher Qualität im Klassensatz. Das werden wir weiter ausbauen und etliche Studierende haben das Angebot schon genutzt. Es steht auch für LehrerInnen zur Verfügung. | ||||||||||||||
| Vor vier Jahren habt ihr euch ein Programm gegeben. Inwieweit habt ihr es verwirklichen können? Matthias Duderstadt: Im Grundsatz sind wir dabei, dieses Programm zu verwirklichen und in Projekte umzusetzen. Einige Einschränkungen mussten wir machen, z.B. bei der Zahl der Publikationen. Wir geben z.Zt. ein Heft pro Jahr heraus, außerdem die Arbeitsmaterialien. Marco Holmer: 2007 haben wir festgestellt, dass das Geschichtenerzählen sehr gut zur Institutsarbeit passt. Beim Erzählen malt jeder sein eigenes Bilderbuch im Kopf. Da liegt die Verbindung. Das ist jetzt zu einer Sparte des BIBF geworden. Das hat dazu geführt, dass wir jetzt ein Heft herausgegeben haben und dass wir mit einer Fortbildung für Studierende und GrundschullehrerInnen gestartet sind. Die ist im letzten Semester sehr gut gelaufen und wir wollen diese Fortbildung im nächsten Semester wiederholen und für alle öffnen, die im Lehramt oder in der Kita sind. Erzählen ist für jede Lehrkraft und jede ErzieherIn eine der Voraussetzungen für ein erfolgreiches Tun. | ||||||||||||||
| Bezieht sich dieses Angebot hauptsächlich auf Kita und Grundschule? Marco Holmer: Zunächst geht es um Erzählen für Kinder. Aber die Grundfähigkeiten gelten für alle Altersgruppen. Wie baue ich eine Erzählung auf, wie sorge ich dafür, dass das Publikum in den Bann gezogen wird, wie bereite ich eine Geschichte vor – das gilt für alle Zielgruppen. Zum Beispiel in der Gewerkschaft: Da erzählt man natürlich andere Geschichten. Matthias Duderstadt: Hier wäre noch ein anderes Projekt zu nennen, mit Kindergarteneltern in Walle. Studierende gehen in die Familien von Kindergartenkindern und lesen dort vor. Dabei beschäftigen sie sich intensiv mit der Frage, wie man vorliest, wie man eine entsprechende Atmosphäre schafft usw. Das Projekt hat 2006 begonnen. Dort haben sie die Bedingungen des Aufwachsens hautnah kennen gelernt, z.B. das ständige Laufen des Fernsehers. Studierende, die jetzt Examen machen, schätzen dieses Projekt sehr. Marco Holmer: Das Herstellen einer Atmosphäre, in der gemeinsames Zuhören möglich ist, wird immer wichtiger, nicht nur in der Kita, sondern auch in den ersten Klassen der Grundschule. Das betrifft nicht nur das Geschichtenerzählen, sondern alle Fächer bis hin zum Mathe-Unterricht. Es geht darum, dass Kinder aufnahmefähig werden. Matthias Duderstadt: Die Studierenden mussten manchmal darauf bestehen, dass der Fernseher und die Computer-Konsole abgestellt wurden. Das war manchmal nur schwer durchsetzbar. 2010, wenn der Tag der deutschen Einheit wieder in Bremen stattfindet, planen wir eine Ausstellung über Kinderliteratur der DDR. Daran wird im Augenblick schon gearbeitet. Wir haben inzwischen im Institut eine große Anzahl von Titeln gesammelt. Außerdem planen wir eine Veranstaltungsreihe „Die Uni geht in die Stadt“. Sie wird in der Kinderbibliothek in der Horner Straße stattfinden. Das ist die Fortsetzung einer Veranstaltung mit dem Titel „Literarisches Kabinett“ aus den beiden letzten Semestern. Die Uni ist relativ weit draußen, und wir möchten, dass nicht nur Studierende, sondern auch andere Interessierte dorthin kommen. Marco Holmer: Die geplante Erzähl-Fortbildung heißt „Vom Mund zum Ohr“. Da wird es eine Reihe kleiner Vorträge und Workshops geben. Angesprochen sind alle Interessierten, nicht nur Studierende. Wir werden uns u.a. mit dem japanischen Erzähltheater beschäftigen, mit kleinen Gute-Nacht-Geschichten und mit anderen Themen. Zur Arbeit mit diesen Klassensätzen gehören natürlich auch Erarbeitungskonzepte. Diese Konzepte, z.B. als Seminararbeiten, stehen anschließend auch im Institut schriftlich zur Verfügung. Matthias Duderstadt: Wir haben Interesse daran, dass Lehrkräfte Studierende mit diesen Angeboten in ihren Unterricht holen. Auch eine Kooperation mit dem LIS hat angefangen. | ||||||||||||||
| In einer Zeit zunehmender Individualisierung des Unterrichts, in der jedes Kind nach seinem eigenen Arbeitsplan arbeitet, ist es gleichzeitig sehr wichtig, gemeinschaftliche Momente zu schaffen. Und da sind wir wieder beim gemeinsamen Zuhören. Marco Holmer: Dass Kinder gemeinsam 20 Minuten oder eine halbe Stunde zuhören, kommt nur noch sehr selten vor. Im Durchschnitt sind es 10-12 Minuten, manchmal auch nur 5 Minuten. Es ist wichtig, dass man das übt, dann steigert sich das auch. Ein wichtiges Mittel kann sein, dass Kinder selbst beginnen, Geschichten zu erzählen. Das kann die Motivation und Konzentration steigern. Dabei müssen auch sie lernen, die Aufmerksamkeit der anderen Kinder auf sich zu ziehen. Wir dürfen nicht vergessen, dass sehr viele andere Gebiete im Unterricht wichtig geworden sind, bis hin zu den neuen Informationstechnologien, so dass das Erzählen in der Lehrerausbildung nicht mehr eine so große Rolle einnimmt wie früher. Wenn jedes Kind nach seinem Arbeitsplan arbeitet, wird die Motivation zum Teil auf die Methoden übertragen. Die Motivation über den Inhalt einer Geschichte wird dann wieder zu einer neuen Aufgabe. Matthias Duderstadt: Es gibt sehr gute Erfahrungen damit, dass Kinder anderen Kindern vorlesen und Geschichten erzählen. Das kann sich sehr gut auf das konzentrierte Zuhören auswirken. | ||||||||||||||
| Die Projekte: | ||||||||||||||
Diese Fortbildung beginnt am 22. April. Anmeldung unter: holmer [at] vertellen.nl oder der Telefonnummer unten. Die Homepage: www.bibf.uni-bremen.de Telephonische Anfrage: 218 - 69430 | ||||||||||||||
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