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16.05.2009 Lehramtsstudium in Bremen –

ein Überblick über die neue Struktur
von Martina Hilmer, SZ Walle, Abteilung Berufliche Schulen
Wie oft werde ich in den Abschlussklassen von den SchülerInnen gefragt, wie das Studium für das Lehramt aussieht. Es ist vor allem die Struktur des Studiums, die zunächst gewöhnungsbedürftig erscheint. SchulpraktikantInnen und ReferendarInnen berichten oft über ihre Erfahrungen an der Uni, die deutlich machen, dass das Studium in den neuen Strukturen noch viele Ecken und Kanten hat. Wer an der Universität Bremen auf Lehramt studieren will, kann die ausführlichen Informationen über das Internet abrufen.

Seitenabschnitte:
Bachelor- und Masterstruktur
Der Professionalisierungsbereich
Mit 180 CP ans Ziel
Berufsfeld Schule
Lehramtsstudium in der Kritik
Informationen:

 Lehramtsstudium_in_Bremen.pdf
 Vollständiger Artikel
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Bachelor- und Masterstruktur

Seit 2005/06 gibt es an der Uni Bremen die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse. Das Lehramtsstudium erfolgt in zwei Abschnitten. Nach sechs Semestern ist der erste berufsqualifizierende Bachelor-Abschluss erreicht, der für die Lehrertätigkeit an öffentlichen Schulen noch nicht ausreicht. Es folgt der Master of Education (M. Ed), der lehramtsbezogen strukturiert ist. Das Fachstudium wird durch den Professionalisierungsbereich ergänzt.
Angehende Grund- und Sekundarschul-LehrerInnen studieren im Master zwei Semester, und diejenigen, die sich für Gymnasien und Berufsschulen sowie für Sonderpädagogik entschieden haben, studieren vier Semester. Das gesamte Studium ist in Module gegliedert. Für jedes Modul gibt es eine detaillierte Beschreibung, am Ende eines jeden Moduls erfolgt ein Leistungsnachweis. Die Einzelnoten ergeben schließlich die Abschlussnote des Studiums.

Der Professionalisierungsbereich

Während des gesamten Studiums durchlaufen die LehramtsstudentInnen mehrwöchige Schulpraktika und studieren neben ihren beiden Fächern deren Fachdidaktik und Erziehungswissenschaft. Berufspraktische und schulbezogene Veranstaltungen ergänzen das Fachstudium. Fachübergreifende Lehrveranstaltungen beispielsweise zu Methodenkompetenz können und sollen dazu gewählt werden.
Das Bachelorstudium endet mit dem Abschluss Bachelor of Arts, B.A. für Geistes- , Sprach-, Kunst- und Sportwissenschaften, der Titel Bachelor of Science, B.Sc., gilt für Mathematik und Naturwissenschaften.

Mit 180 CP ans Ziel

Früher gab es für erfolgreiche Teilnahmen an Veranstaltungen Scheine mit Unterschrift der ProfessorInnen. Heute sind die richtige Anzahl von Credit Points die Voraussetzung für das Weiterkommen und für die Abschlussprüfung. Die in jedem Semester erbrachten Studium- und Prüfungsleistungen werden in der Währung „Credit Points“ bemessen. Über die Wertigkeiten der verschiedenen Leistungen gibt es genaue Listen, so dass man im Voraus zusammenzählen kann. Als Regel gilt, dass es für 30 Arbeitsstunden 1 CP gibt, in jedem Semester sollen 30 CP erreicht werden. Für den Bachelor-Abschluss sind 180 CP nötig. Das ergibt durchschnittlich eine Arbeitswoche von etwa 40 Stunden. Mit dieser Rechnung ist klar, dass Studenten während des Semesters keine weiteren Arbeitsverpflichtungen eingehen können. Im Masterstudium geht das Punktesammeln weiter, die vier Semester entsprechen 120 CP.

Berufsfeld Schule

Wer nach dem Studium als LehrerIn an öffentlichen Schulen arbeiten möchte, muss sich für das 6-semestrige Bachelorstudium mit zwei Fächern entscheiden. Je nach Schultyp werden bestimmte Fächerkombinationen angeboten. Diese beiden Fächer werden im Masterstudium beibehalten. Aber Vorsicht: Nicht jeder kommt automatisch weiter. Für diesen zweiten Abschnitt brauchen die Studenten eine Mindestdurchschnittsnote und oft auch englische Sprachkenntnisse. Das Studium endet mit dem Abschluss Master of Education, M.Ed.

Lehramtsstudium in der Kritik

  1. Studium verschult
    Viele Studierende beklagen das verschulte Studium, es gibt kaum noch Studierfreiheiten und Möglichkeiten, seinen Wochenplan alternativ anzulegen. Durch die Credit Points und durch die feste Stundenplanstruktur der jeweiligen Semester sind die Studieninhalte und die entsprechenden definierten Arbeitseinheiten festgelegt.
  2. Auslandssemester
    Das Auslandssemester lässt sich nur schwer ins Studium integrieren, oftmals kommt es zu einer Verlängerung der Studienzeit, die für die Studenten von Nachteil ist. Die Anerkennungspraxis ist nicht immer zufriedenstellend.
  3. Workload-Berechnung
    Die Waage zwischen den Credit Points für eine bestimmte Leistung und die dafür vorgesehenen Arbeitsstundenberechnung pendelt nicht immer im Gleichgewicht. Hier wird die Forderung nach einer Neuregelung für eine realistische Berechnung laut. Die Frage bleibt, wer wird für diese schwierige wie sensible Aufgabe beauftragt, und wie wird das organisiert?
  4. Schulpraktika
    Die Praktika sind von kurzer Dauer, der nachhaltige Lernerfolg bleibt auf der Strecke. Studenten sprechen sich für ein Halbjahrespraktikum aus, das erst nach einer Reform in der Lehrerausbildung an der Uni Bremen realisiert werden könnte. Die Benotung der Praktika wird nicht als sinnvoll erachtet, weder von den Studierenden noch von den Schulen.
  5. Zeit – ein knappes Gut
    Die Studenten müssen unter einem einzuhaltenden Zeitraster arbeiten. Wer nebenbei jobben muss oder Erziehungsverpflichtungen hat, kann das Studium kaum schaffen. Auch der Übergang vom Bachelor in den Master of Education ist schwierig, wenn der Bachelor-Abschluss erst im 7.Semester erfolgt. Der Anschluss an den M.Ed. ist dann nicht mehr unmittelbar gegeben. Die Exmatrikulation droht und damit die Auflösung des Studentenstatus mit aller Konsequenz.

Informationen:


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