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16.05.2008 Privatschulen

von Jürgen Burger
In der Stadtgemeinde Bremen besuchen im laufenden Schuljahr 9,4% aller Kinder und Jugendlichen eine Privatschule. Vor 10 Jahren waren es noch 7,6%. Die gegenwärtigen Anwahlen nach der vierten Klasse deuten darauf hin, dass in naher Zukunft über 10% der SchülerInnen eine Privatschule besuchen werden.

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Unser Themenschwerpunkt behandelt verschiedene Aspekte dieser Tendenz:

  • Immer wieder wird ein Leistungsvorteil der privaten gegenüber den öffentlichen Schulen behauptet. Lässt sich diese These überhaupt belegen?
  • Privatschulen setzen sich bewusst von der Staatsschule ab, werden aber überwiegend staatlich finanziert. Sollten an diese Finanzierung Bedingungen geknüpft werden?
  • Was ist dran am Eliteanspruch, der von einem Teil der Schulen vor sich her getragen wird?
  • Und wie sehen die Arbeitsbedingungen in diesen Einrichtungen aus?

In der gewerkschaftlichen Diskussion steht der Forderung nach einem einheitlichen, weltlichen, unentgeltlichen und staatlichen Schulwesen der Anspruch von reformpädagogisch orientierten Privatschulinitiativen gegenüber, außerhalb des staatlichen Zugriffs Neues auszuprobieren. Dabei wird oft auf das Beispiel der Niederlande verwiesen – ein ungeeigneter Vergleich, wie ein genauerer Blick auf die Entstehung des niederländischen Schulwesens zeigt.

Das gegenwärtige Wachstum des Privatschulsektors ist weniger auf alternative pädagogische Unternehmungen als mehr auf die Krise des öffentlichen Schulwesens zurück zu führen. Chronische Unterfinanzierung und frühe Selektion sind ein Ergebnis neoliberaler und konservativer Bildungspolitik. Je schlechter das öffentliche Schulwesen wird, desto lauter wird der Ruf nach privaten Alternativen. Wenn etwa der Bundesverband Deutscher Privatschulen erklärt, „die derzeitige Debatte um eine Erneuerung des dreigliedrigen Schulsystems geht unserer Ansicht nach in die falsche Richtung“, dann verteidigt dieser Verband damit seine eigenen Wachstumsbedingungen.

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