zur Startseite
Pfad zur Seite:Startseite - Publikationen - BLZ - BLZ Archiv - BLZ Juli/August 2006 - 13.07.2006 Schulmuseum vor erhöhter Schließungs...

13.07.2006 Schulmuseum vor erhöhter Schließungsgefahr

Der Beschluss der Bildungsdeputation, das Schulgebäude Auf der Hohwisch drei verschiedenen Nutzern zuzuweisen, wird in der Realität undurchführbar sein.
Die geplante gemeinsame Unterbringung von Kinderschule, Grundschuldependance Hohwisch und Schulgeschichtlicher Sammlung wird keiner der beteiligten Einrichtungen gerecht und stellt eine grundsätzliche Gefährdung sowohl des Museums als auch einer erfolgreichen pädagogischen (Zusammen-) Arbeit beider Schulen dar.

Wer das alte Schulhaus auf der Hohwisch einmal betreten hat, der weiß, dass die Grundschuldependance bisher ein Stockwerk nutzte und die beiden anderen Stockwerke sowie der Dachboden prall mit schulhistorischem Material gefüllt sind, das mit großem wissenschaftlichen und organisatorischen Aufwand in über 20 Jahren gesammelt und ausgestellt wurde. In dieses voll genutzte Gebäude nun die Kinderschule stopfen zu wollen, der an ihrem bisherigen Standort Lothringer Straße bereits die Bagger vor der Tür stehen, schafft eine unzumutbare Zwangslage für alle Beteiligten.



War das vielleicht die Intention der bildungspolitischen Sprecherin der SPD, Ulrike Hövelmann, als sie den geplanten Umzug des Schulmuseums in den Überseehafen wegen angeblich zu hoher Umzugskosten verhinderte? Schließlich hatte die Bildungsbehörde noch vor einem Jahr geplant, sowohl die Grundschuldependance als auch das Schulmuseum aus dem Gebäude Hohwisch zu vertreiben, um es anschließend zu verkaufen. Erst nach massiven Protesten, zunächst der Grundschuleltern, dann der Nutzer und Freunde des Schulmuseums, wurde für beide ein Erhalt zugesagt.
Durch die Intervention der bildungspolitischen Sprecherin der SPD hat sich nun das ganze Verfahren um vier Monate verzögert, sodass jetzt eine fristgerechte Lösung nur noch möglich wäre, wenn man die Bestände des Schulmuseums ab sofort auf die Mülldeponie brächte. Allein die sachgerechte Einlagerung der Museumsbestände (u.a. einzigartige Lehrmittelsammlungen aus 150 Jahren und zwei Bibliotheken) dauert mehrere Monate. Die Bereitstellung von geeigneten Lagerkapazitäten wird mehr Geld verschlingen, als der verweigerte Umzug gekostet hätte.

Es zeigen sich jetzt die Folgen eines unverantwortlichen Vorgehens, das darin besteht, ein Schulgebäude – nämlich das der Kinderschule an der Lothringer Straße – zum Abriss freizugeben, ohne alle Auswirkungen einer solchen Entscheidung abzuklären. Ein Ausweg aus dieser verfahrenen Situation, die unweigerlich große Schäden und hohe Kosten nach sich zieht, kann nur darin liegen, allen drei Einrichtungen ausreichenden öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen. Leerstände aufgrund der Schulschließungspolitik gibt es genug, sowohl im Bestand des Senators für Bildung als auch bei der GBI. Eine Lösung ist also möglich, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist.
Die Personalversammlung der Bremer Lehrkräfte hat den Senator für Bildung aufgefordert, die Schulgeschichtliche Sammlung als eigenständiges Museum zu erhalten. Der jetzige Deputationsbeschluss aber läuft darauf hinaus, das Museum bei lebendigem Leibe zu begraben.

Gez. Christian Gloede-Noweck
Landesvorstandssprecher


GEW Bremen, Löningstr. 35, 28195 Bremen
Tel. (0421) 337640 , Fax 3376430, E-mail: , Internet: http://www.gew-bremen.de


SucheHilfeEmailSitemap
Suche,Hilfe,Email,Sitemap