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16.05.2007 Sofortiges Handeln ist notwendig! GEW-Veranstaltung zur Sekundarschule

von Harry Eisenach
Auf der GEW-Veranstaltung „Hilfe! Sekundarschulen in Not“ am Dienstag, den 20. März im Konsul-Hackfeld-Haus machten Lehrkräfte und Eltern den eingeladenen Bürgerschaftskandidaten von SPD, CDU, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP und DIE LINKE eindrucksvoll deutlich, dass sofortiges Handeln notwendig ist, um die dramatische Situation in der Sekundarschule zu entschärfen.

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Die Ablehnung des Antrages der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zur Sekundarschule am selben Tag in der Stadtbürgerschaft durch SPD und CDU bewerteten die Anwesenden, darunter mehrere Schulleiter, als gänzlich unakzeptabel. Danach sollten die Sekundarschulen grundsätzlich die Möglichkeit erhalten, auf die Trennung von Schülerinnen und Schülern in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik der Klassen 7 und 8 zu verzichten. Der Antragstext entsprach einer Position der Schulleitungen der Sekundarstufe I, die bei den betroffenen Klassenlehrern breite Unterstützung findet. SPD und CDU konnten ihre Ablehnung inhaltlich nicht begründen und schoben sich gegenseitig die Verantwortung dafür mit dem Hinweis auf Koalitionszwänge zu. Sie wurden von den anwesenden Lehrkräften aufgefordert, die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule nicht zu Opfern von parteitaktischen Spielchen werden zu lassen. Alle in Schule Beteiligten sind für die Korrektur des von der großen Koalition am grünen Tisch beschlossenen Zwangs, die Kinder ab der 7. Klasse in einem Großteil des Unterrichts aufzuteilen und in ständig wechselnden Lerngruppen neu zusammenzusetzen. Durch diesen Wegfall von Bindungen an Klassenlehrer und Klassengemeinschaft wird die Lernsituation erheblich gestört und zusätzliche Unruhe in die Schulen getragen! Immerhin erklärte Claas Rohmeyer (CDU), dass er den Antrag in der Bildungsdeputation intensiv behandeln wolle, um eine befriedigende Lösung noch vor den Sommerferien herbeizuführen. Auch Hermann Tietke für die SPD signalisierte, das er inhaltlich hinter dem Anliegen der Schulen stehe.
Die GEW fordert die politisch Verantwortlichen in Senat, Parteien und der Bildungsdeputation auf, diesen Worten Taten folgen zu lassen! Den Schulen das Recht eingeräumt werden, individuelle Förderung im Klassenverband in allen Fächern zu ermöglichen.

Mehrfach machten Lehrkräfte auf der Veranstaltung deutlich, dass zur Verbesserung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit eine verbesserte personelle Ausstattung der Sekundarschulen notwendig ist. Die Forderungen der GEW sind: niedrigere Klassenfrequenzen, zusätzliche Lehrerstunden für Doppelbesetzungen und Halbgruppen, ausreichend Sozialpädagogen an allen Sekundarschulen sowie eine Klassenlehrerentlastungsstunde. Verbal stimmten alle Politiker der Position zu, dass zur Bewältigung schwieriger Situationen zusätzliche Ausstattung notwendig sei. Ebenfalls wurde eine Überprüfung der aktuellen zu hohen Klassenfrequenzen der Sekundarschule zugesagt. Die GEW fordert, dass positive Aussagen sich in den Zuweisungen an Personal für die Schulen niederschlagen müssen. Sofort muss die Personaleinsparungsquote (PEP) für die Schulen ausgesetzt werden. Alle ausscheidenden Lehrkräfte sind durch Neueinstellung von jungen Kolleginnen und Kollegen zu ersetzen! Auch wenn diese aktuellen Forderungen der Betroffenen erfüllt würden, wären nach Auffassung der GEW die Probleme der Sekundarschule nicht gelöst: Allein die Sortierung und Aufspaltung der Schüler ab Klasse 5 benachteiligt die Schwachen im Bildungssystem. Das macht aktuell auch der Bericht der UN-Sonderberichterstatters Muñoz deutlich.
Die GEW tritt deshalb für „Eine Schule für Alle“ ein. Dieses integrierte System ist der internationale Standard. Alle Schularten, sowohl die Sekundarschule als auch das Gymnasium, müssen perspektivisch in der „Schule für alle“ aufgehen. Die Kandidaten von SPD, Grüne und DIE LINKE erklärten auf der Veranstaltung diese Integration ebenfalls als ihr Ziel.
Die GEW fordert, dass nach der Wahl über Lippenbekenntnisse hinaus konkrete Schritte in diese Richtung eingeleitet werden müssen.

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