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Publikationen BLZ BLZ Archiv BLZ Mai 2009 16.05.2009 Solidarität: Kräfte durch Teilen v... | ||||||
| 16.05.2009 Solidarität: Kräfte durch Teilen vermehren | ||||||
| Zum Tode von Prof. Dr. Helmut Spitzley (1948 – 2009) von D. Bollinger/U. Mückenberger | ||||||||||||
| Am 19. April 2009 starb Helmut Spitzley im 61. Lebensjahr nach kurzer schwerer Krankheit. Er war Arbeitswissenschaftler – einer, der dabei nicht in erster Linie Produktivitäts- und Effizienzziele, sondern Humanisierungsziele für die arbeitenden Menschen verfolgte. Keine vier Wochen vor seinem Tode, am 25. März, ist ihm für sein Wirken im Bremer Rathaus von der Sozialsenatorin Rosenkötter der „Trommel“-Preis des Bremer Bündnisses für Arbeit verliehen worden. |
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| Jahrzehntelang war Spitzley bemüht im Kampf gegen soziale Ausgrenzung und für Solidarität. Solidarität heißt Kräfte teilen und sie eben dadurch (nicht etwa zu vermindern, sondern gerade) zu vermehren – so kann man das Leitmotiv in Helmut Spitzleys Arbeit bezeichnen. Spitzley propagierte unermüdlich die sog. „Kurze Vollzeit für Alle“. Solidarität scheint darin in vierfacher Weise auf: Erstens: Nur wenn Alle kürzer arbeiten, können Alle Arbeit finden. Zweitens: Geteilt werden soll nicht nur Erwerbsarbeit, sondern auch sonstige gesellschaftlich notwendige Arbeit. Kurze Vollzeit für Alle soll dafür sorgen, dass Alle auch gleich an Erziehungs-, Pflege-, Gemeinwesenarbeit teilnehmen. Damit steht Solidarität im Kontext des Geschlechter- und des Generationsverhältnisses sowie der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und außererwerblichem Leben. Drittens: Diese Umverteilung von Arbeit gibt einem nachhaltigen Umbau der Arbeitsgesellschaft Raum. Statt Raubbau durch rücksichtslosen Produktivismus erhält ein achtsamer Umgang mit den gesellschaftlichen und natürlichen Grundlagen der Menschen Raum, Ressourcen und – Zeit. Viertens: Der nichtentgeltlichen gesellschaftlichen Arbeit müssen Raum, Zeit und - Geld zugewendet werden. Den Umbau der Arbeitsgesellschaft muss ein diskriminierungsfreies Grundeinkommen begleiten – ein Einkommen, das von Erwerbssystem und Erwerbsstatus des Einzelnen entkoppelt ist. Kräfte solidarisch teilen und dadurch vermehren heißt Mittel von Erwerbseinkommen abzweigen und in die Zukunftsfähigkeit der Erde investieren. Helmut Spitzley wandte Fantasie und Beharrlichkeit für diese Vision von Solidarität auf. Er nahm durch freundliche, ruhige, ausgeglichene und ausgleichende Zugewandtheit für sich ein. Er wird uns in der arbeitswissenschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Diskussion – und als Freund fehlen. Unsere Anteilnahme gilt seiner Frau Wibeke Euler und seinen Kindern Johannes und Katharina. | ||||||||||||