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16.12.2006 Stellenabbau stoppen – Arbeitsbelastung senken!

Personalversammlung antwortet Frau von Ilsemann:

Auf der Bremer Personalversammlung am 27.11. im Bürgerhaus Vahr war Frau von Il-semann, Leiterin der Abteilung Bildung, als Vertreterin der Arbeitgeberseite anwesend. Der Personalrat Schulen hatte ihr fünf Fragen zur Ressourcenpolitik, zu Arbeitsbelas-tung und Gesundheitsprävention, zur Sekundarschule und zur Perspektive des Bremer Schulsystems gestellt. Ihre Antworten konnten nicht überzeugen. Ihre wenigen Ausfüh-rungen zur Belastungsreduzierung, z.B. der Verweis auf Fortbildungen über effektiveres Korrigieren, wurden als wenig hilfreich und angesichts der ständigen Mehrarbeit als völ-lig unangemessen kritisiert.
VertreterInnen der GEW und des Personalrats charakterisierten an verschiedenen Bei-spielen die in Wirklichkeit dramatische Situation und machten deutlich, dass eine bil-dungspolitische Wende notwendig ist. Die Resolution der GEW, die am Schluss verab-schiedet wurde, benennt die in diesem Zusammenhang wichtigsten Punkte.
Zum Schluss wurde kurz über die geplante Schließung des Studiengangs Sport an der Universität Bremen berichtet. Die PV machte sich den vom Landessportbund verab-schiedeten Antrag zu eigen und rief alle Kolleginnen und Kollegen zu Aktivitäten auf.
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 Personalversammlung_antwortet.pdf
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Resolution der Personalversammlung

Die Große Koalition hat seit ihrem Bestand 800 von 5100 Lehrerstellen abgebaut, ob-wohl die SchülerInnenzahl sogar leicht angestiegen ist. Durch Pflichtstundenerhöhungen und Mehrarbeitsverordnungen (Präsenzzeit, Fortbildung) sollen die Folgen dieser mas-siven Kürzungen von den Lehrkräften kompensiert werden.
Diese Politik hat für die Schulqualität und für die Gesundheit des Personals ruinöse Fol-gen. Die Bildungsbehörde weigert sich jedoch, die vielfältigen Signale aus den Schulen, die anzeigen, dass diese Art der Personalführung zum Scheitern verurteilt ist, zur Kenntnis zu nehmen. Stattdessen werden die Kollegien weiterhin mit einem Wust von Verordnungen überhäuft.
Der Öffentlichkeit werden Verbesserungen der Schulqualität versprochen, obwohl die dazu notwendigen Ressourcen und Strukturen weiterhin verweigert werden. Wesentliche Fakten werden der Öffentlichkeit verschwiegen:

  • Aufgrund der sogenannten Sanierungspolitik sind die Bremer Schulen inzwischen wesentlich schlechter mit Lehrpersonal ausgestattet als die in den vergleichbaren Stadtstaaten Berlin und Hamburg.
  • Schwierige, zum Teil katastrophale Lernvoraussetzungen aufgrund des sozialen Umfeldes gibt es nicht nur an der Berliner Rütlischule sondern auch in vielen Bremer Schulen, insbesondere in Hauptschulklassen.

Wirkliche Verbesserungen sind nur mit einer anderen, sozial gerechteren Bildungspolitik zu erreichen. Dies erfordert sowohl mehr Bildungsinvestitionen als auch eine Verände-rung der Leitungspolitik und der Strukturen.

  • Der Abbau von jährlich 60-70 Lehrerstellen, der in den kommenden Haushaltsjah-ren weitergeführt werden soll, muss sofort gestoppt werden
  • Neue Projekte, wie z.B. neue Ganztagsschulen, sind erfolgreich nur realisierbar, wenn entsprechend auch neue Lehrer- und Sozialpädagogenstellen bewilligt wer-den. Der Verweis auf neue Billiglohnkräfte als Kompensation von Lehrerstellen-streichungen ist eine Täuschung der Öffentlichkeit.
  • Erfolgreiche Schulentwicklung kann nicht in Form von Mehrarbeitsverordnungen erzwungen werden. Die Personalversammlung fordert den Senator für Bildung auf, endlich Verhandlungen mit dem Personalrat Schulen über 4% Entlastungs-stunden für die neuen Aufgaben aufzunehmen.
  • Angesichts des hohen Durchschnittsalters muss die Zahl der Neueinstellungen durch die Wiedergewährung von Altersteilzeit für Lehrkräfte erhöht werden. Die neue Altersteilzeitregelung für Beamte ist für den Arbeitgeber mehr als kosten-neutral. Lehrkräfte dürfen davon nicht ausgeschlossen bleiben! Zudem sind alle Lehrkräfte ab 55 einzubeziehen!
  • Wir fordern vom Senator für Bildung ein umfassendes Präventionskonzept zur Verhinderung von Erkrankungen und vorzeitigen Pensionierungen wegen psychi-scher und physischer Überlastung.
  • Die gestrichene Krankenreserve muss sofort wieder eingeführt werden.

Was den Bremer Schulen darüber hinaus seit dem Schulgesetz der Großen Koalition fehlt, ist eine fortschrittliche Entwicklungsperspektive, die Schulentwicklungsarbeit als lohnend erscheinen lässt. Die von immer mehr Wissenschaftlern, Verbänden und Bil-dungspolitikern geforderte Abschaffung der frühen Selektion und die Einführung einer gemeinsamen Schule für alle Kinder und Jugendlichen bis zur 10. Klasse muss zum Ziel der Bildungsplanung werden.

Antragsteller: Harry Eisenach, Insa Gildemeister, Petra Jendrich

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