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16.10.2006 Uni Bremen: Diskussion um den Hochschulentwicklungsplan V (HEP V)

von Gerhard Zacharias

Seit Ende 2005 ist bekannt, dass der Bremer Senat im Hochschulbereich 93 Mio € gegenüber dem Wissenschaftsplan 2010 für Bremen und Bremerhaven (HGP IV), der erst im Mai 2003 vom Senat beschlossen worden war, kürzen will. Eine Kürzung in dieser Größenordnung würde alle Hochschulen zur Einstellung von Studiengängen und zu massivem Abbau von Studienplätzen zwingen. Das gebotene politische Ziel, einem höheren Anteil Studienberechtigter ein Studium zu ermöglichen, ist damit nicht erreichbar, im Gegenteil: es werden weniger junge Leute ein Studium aufnehmen können. Ob dadurch allerdings auch die Absolventenzahlen sinken, darüber wird spekuliert. Durch eine Erhöhung der Abschlussquoten in den stärker strukturierten Bachelor- und Masterstudiengängen erwarten manche sogar leicht ansteigende Zahlen.
Für die Universität Bremen ist die Situation besonders prekär, da sie sich bislang erfolgreich an der bundesweiten „Exzellenzinitiative“ beteiligt und die Runde der letzten zehn Universitäten erreicht hat, die auf eine strukturelle Förderung als wissenschaftlich herausragende Hochschule hoffen dürfen.
Der Akademische Senat der Universität hat unter Beteiligung aller Gruppen eine Kommission eingesetzt, in der Szenarien über die angekündigten Kürzungen diskutiert wurden. Nach Auswertung umfangreichen Materials und Anhörung aller Fachbereiche und größeren wissenschaftlichen Einrichtungen der Universität legte die Kommission im Juli 2006 einen Zwischenbericht vor. Der Akademische Senat hat diesen Bericht zur Kenntnis genommen, dabei aber seine Position bekräftigt, derzeit keinen Beschluss zu HEP V zu fassen. Kommission und Akademischer Senat waren sich einig, dass das angekündigte Sparziel einer Reduzierung um 50 Professuren unrealistisch sei. Gleichzeitig gab es studentische Proteste, insbesondere gegen Stellenstreichungen in der LehrerInnenausbildung (s. die letzte BLZ).
,Die politische Diskussion wird zu Beginn des Wintersemesters verstärkt geführt werden. So veranstaltet u.a. das Hochschulinformationsbüro am 24.10. um 12 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema "HEP V und Lehrerbildung".

 BLZ-Artikel__Version_Zacharias_.pdf
 Vollständiger Artikel mit Tabellen zum Downloaden

Szenario HEP V nach der Arbeitsgruppe des Akademischen Senats

Vorbemerkungen
Die Arbeitsgruppe ging davon aus, dass Einsparungen möglichst kurzfristig realisierbar sein müssen. Damit rückten die demnächst durch Pensionierung frei werdenden Professuren stark in den Mittelpunkt. Allerdings wurde auch deutlich gemacht, dass die zur Zeit langfristig besetzte Stellen bei Freiwerden, z.B. durch Annahme eines Rufs an eine andere Hochschule, hinsichtlich ihrer Wiederbesetzung überprüft werden.
Es bestand weitgehend Konsens, dass es einer Abstimmung der Studienangebote im Land Bremen und darüber hinaus in der Region bedarf. Ebenfalls wurde mehrheitlich die Ansicht geteilt, dass eine kurzfristige Überlastsituation keine Grundlage für die langfristige Stellenplanung sein kann. Bei diesem Aspekt hat der Akademische Senat allerdings ausdrücklich auf die notwendige Berücksichtigung solcher Überlastsituationen bei der aktuellen Haushaltsverteilung hingewiesen.
Schließlich herrschte Einvernehmen darüber, dass die in der Exzellenzinitiative positiv begutachteten Bereiche und zukünftigen Exzellenzfelder nicht gefährdet werden dürfen.
Hinweise:
1. Das nachfolgende Szenarium geht über die bei einer vollständigen Umsetzung der Kürzungen mögliche Personalzahl hinaus. Es beinhaltet außerdem die Einführung einer neuen Personalkategorie „Hochschuldozentur“, die im inzwischen vorliegenden Entwurf zur Novellierung des Bremischen Hochschulgesetzes nicht aufgenommen ist.
2. In der Spalte „HEP IV“ sind die nach dem Hochschulentwicklungsplan IV vorgesehenen Professuren (einschl. Juniorprofessuren) enthalten, in der Spalte „HEP IV So“ die seinerzeit zusätzlich für ein Sonderprogramm vorgesehenen Professuren. Die tatsächlich besetzten Professuren weichen in der Regel von diesen Planungszahlen ab, da z.B. Reduzierungen nur bei Ausscheiden einer die künftig entfallende Professur (Fachgebiet) besetzenden Person realisiert werden können.
3. Die im Szenario vorgesehenen Personalzahlen sind auf das Jahr 2015 projektiert. Es ist zu erwarten, dass sich bis zu diesem Zeitpunkt die Rahmenbedingungen noch mehrfach ändern und damit Umplanungen notwendig werden.

Detaillierte Tabellen, siehe BLZ oder nebenstehende pdf-Datei

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