| von Bernd Winkelmann
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| Der Vorlauf zur Erinnerung – in aller Kürze
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| Mit der letzten „Reform“ wurde die LehrerInnenausbildung nach Schulstufen aufgegeben. Mittlerweile existieren wieder vertikal orientierte, am gegliederten Schulsystem ausgerichtete Lehrämter, wie das Lehramt an Gymnasien / Gesamtschulen. Das Referendariat ist seit dem 1. Mai 2008 auf 18 Monate verkürzt, der bedarfsdeckende Unterricht („selbst verantworteter Unterricht“) wurde schon vorher auf zehn Stunden erhöht, Ausbildung und Prüfung beziehen sich auf vier von der KMK definierte Kompetenzbereiche (Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Innovieren). Der Theorie-Praxis-Bezug soll stärker akzentuiert werden. Die Studierenden absolvieren deshalb schon frühzeitig Praktika, die Schulen müssen eine größere Ausbildungsleistung erbringen und die Kapazitäten für die Ausbildung der Referendare am LIS wurden um ein Drittel gekürzt.
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| Erfahrungen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit
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| Mit den kurz skizzierten Punkten hat sich die Ausbildung nicht verbessert; vielmehr sind Irritationen und Verunsicherungen aufgetreten. Das vermutlich größte Problem: Die allgemeine Arbeitslast schlägt auf die Ausbildung durch. Dabei spielt die Personalenge eine wesentliche Rolle, die zu grotesken Situationen führt: Der Fachmentor wird aus der Klasse genommen, weil die Referendarin den Fachunterricht eben dieser Lerngruppe bedarfsdeckend ableistet. Auch stimmen die Zeitstrukturen nicht mehr: Die Zersplitterung der Tätigkeit von LIS-Ausbildern führt zu eingeschränkten Hospitationszeiträumen, terminliche Absprachen mit ReferendarInnen leiden darunter. Die Mentoren ihrerseits beklagen die fehlende Zeit, um eine Abstimmung über Ausbildungskriterien mit den LIS-Mitarbeiter/innen vornehmen zu können, betonen ihren eigenen hohen Anspruch, zeigen aber gleichzeitig, dass die ihnen nun abverlangten Leistungen weder zeitlich noch inhaltlich umzusetzen sind.
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| Absehbare Anforderungen
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| Unabhängig von der durch die Schulgesetznovellierung geplante zunehmende Versäulung des Schulwesens wird es – früher oder später – ein Mehr an gemeinsamem Lernen geben. Zudem verpflichtet die UN-Konvention auf inklusive Pädagogik und der Anspruch auf Entkoppelung von Bildungserfolg und sozialer Herkunft besteht weiter. Das alles heißt aber: Die praktische (Schul-)Pädagogik wird sich ändern müssen und die KollegInnen werden gewappnet sein wollen. Wir stehen damit inhaltlich vor einer weiteren Aktualisierung der gerade geänderten Ausbildungsordnung für Lehrkräfte. Auch strukturell sind Konsequenzen zu ziehen: Bestimmte Lehrämter wird es bald nicht mehr geben, da die entsprechenden Bildungsgänge abgeschafft sind. Im Hintergrund droht zudem der erste ernste Arbeitskräftemangel dieses Jahrhunderts. In einer Expertise für die fünf norddeutschen Bundesländer hat Klaus Klemm bezogen auf das Land Bremen folgende Einstellungsbedarfe berechnet:
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| Jährlicher Lehrkräftebedarf
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| bei konstanter (zu hoher) Schüler-LehrerInnen-Relation
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| bei konstantem Stellenbestand ("Demographierendite")
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| bis 2015/16
| von 2016/ bis 2020/21
| bis 2015/16
| von 2016/17 bis 2020/21
| 273 VZÄ
| 222 VZÄ
| 322 VZÄ
| 239 VZÄ
| = 311 Personen
| = 253 Personen
| = 367 Personen
| = 272 Personen
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bei konstanter Teizeitquote
Bemerkenswert an dieser Analyse ist, dass es einen Bedarf über alle Schulstufen gibt. Deutlich wird ebenso, dass Bremen in der zweiten Phase der Lehrerausbildung zu wenig ausbildet. Das Verhältnis der durchschnittlich in den vergangenen fünf Jahren vorgenommenen Einstellungen zur Ausbildungsquote in der zweiten Phase betrug beispielsweise 2 zu 1.
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| Was fordert die GEW?
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| - Eine Schule für alle – und damit eine entsprechende Ausrichtung der LehrerInnenausbildung („inklusive Pädagogik“).
- Eine Offensive für den LehrerInnenberuf: Bei Bedarf in allen Stufen und Fächern ist die Attraktivität des Berufes zu steigern, insbesondere durch bessere Arbeitsbedingungen
- Ein größeres Ausbildungsvolumen (s.o.) – und die Schaffung der notwendigen Voraussetzungen an den Schulen (Senkung des bedarfsdeckenden Unterrichts, Senkung der Anrechnung der Referendare auf die Stundenvolumen der Schulen).
- Gleichlange Ausbildung und gleiche Bezahlung für alle Lehrämter.
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