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25.11.2009 Widerstand lohnt sich – manchmal

von Arno Armgort / Dieter Mazur
Die Senatorin hat - trotz Bedenken - aufgrund des massiven Widerspruchs auf die Einführung eines 5. Prüfungsfaches im Abitur verzichtet.

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„Die landeseinheitliche Lösung für ein fünftes Prüfungsfach soll erst eingeführt werden, wenn die Schulen den Doppeljahrgang bewältigt haben und im Schulentwicklungsprozess weiter fortgeschritten sind“, heißt es in der Vorlage der Bildungsbehörde, die am 5. November von der Bildungsdeputation beschlossen wurde. Damit ist die Senatorin der fast einhelligen Ablehnung von Lehrkräften, SchülerInnen und Eltern gefolgt. Der PR-Schulen hatte in seiner ablehnenden Stellungnahme auch auf die hohen Belastungen der LehrerInnen durch den Doppeljahrgang und die bevorstehende Schulreform verwiesen und gefordert, die weitere Entwicklung abzuwarten, insbesondere was die Entwick¬lung der Profillandschaft und die Neugründung von Oberstufen betrifft. Diese Argumente sind von den BildungspolitikerInnen der Koalition gehört und gewürdigt worden.
Das 5. Prüfungsfach im Abitur ist somit - zumindest rhetorisch - auf Eis gelegt. Ob es jemals nach Bewältigung des Doppeljahrgangs, also nach 2012 und damit nach Ende der laufenden Legislaturperiode wirklich wieder auferstehen wird, darf in Ruhe abgewartet werden. Alle am Entscheidungsprozess Beteiligten sind gewarnt und werden in Zukunft genau hinschauen, welche Vorlagen in der Bildungsbehörde ausgebrütet werden. Wenn die Senatorin lernfähig ist wird sie nicht noch einmal versuchen, solch einschneidende Veränderungen der Oberstufe quasi handstreichartig und ohne Diskussion mit den Betroffenen durch die Deputation zu schleusen.

Außerdem stellte sich im Verlauf der Debatte heraus, dass Bremen keineswegs allein mit dieser Abiturregelung dasteht. Brandenburg, NRW und Rheinland-Pfalz warten ebenfalls ab, Hamburg geht sogar von fünf wieder auf vier Prüfungsfächer zurück.
Es bleibt also bei vier Prüfungsfächern im Abitur mit drei schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Dabei muss allerdings die KMK-Vereinbarung vom Oktober letzten Jahres eingehalten werden, dass zwei der drei Fächer Deutsch, Fremdsprache und Mathematik im Abitur geprüft werden müssen. Das schränkt die Wahlmöglichkeiten der Schülerinnen nicht nur in der Abiturprüfung, sondern auch bei der Leistungskurswahl ein, da die beiden Leistungskurse auf jeden Fall Prüfungsfächer sind. Diese Problemehätten wir nicht, wenn die KMK die Naturwissenschaften in den Kanon der Kernfächer aufgenommen hätte – wie auch von Bremen immer gefordert. Es ist zu wünschen, dass sich die Senatorin für Bildung auch in Zukunft in diesem Sinne für eine Revision des unseligen KMK-Beschlusses einsetzen wird.
Die Idee, den Schulen das 5. Prüfungsfach in Form von monströsen Projekt- bzw. Präsentationsprüfungen zu etablieren, ist damit natürlich auch vom Tisch. Es bleibt bei der zur Zeit gültigen Regelung, dass in den Qualifikationsphasen I/II in den Profilen verpflichtend ein Projekt durchgeführt wird und dessen Bewertung in die Abitur-Qualifikation eingeht. Hier muss allerdings dafür gesorgt werden, dass die den Schulen für den Projektunterricht zur Verfügung gestellten Stunden auch bei den betreuenden KollegInnen ankommen - und zwar an allen Oberstufen einheitlich. Ein erfreuliches Beispiel dafür, dass Protest auf der Grundlage begründeter Argumente (manchmal) doch zum Erfolg führt.

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