| von Jürgen Burger | |
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| Zwei Wochen nach der Bundestagswahl meldete ARD-DeutschlandTrend: „68 Prozent gehen davon aus, dass Schwarz-Gelb das richtige Bündnis ist, um für neues Wirtschaftswachstum zu sorgen.“ Gleichzeitig meinten 55 bzw. 53 Prozent, die künftige Regierung sei nicht die richtige, um für angemessene Löhne bzw. soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Dieses Befragungsergebnis deutet an, dass die Vorstellung, wirtschaftlicher Aufschwung sei nur um den Preis sozialer Ungerechtigkeit zu haben, weit verbreitet ist. Ein Zusammenhang von neoliberaler Politik, Umverteilung von unten nach oben, Casino-Kapitalismus, schwacher Binnennachfrage, Leerung der Staatskassen durch Niedrigsteuerpolitik und Kürzung der Sozialtransfers wird überwiegend nicht gesehen. Was kann und sollte die Schule zur Aufklärung dieser Zusammenhänge leisten? Das ist eine Frage des Auftrages und der Qualität politischer Bildung. Der Autor unseres Einleitungsbeitrages, Prof. Reinhold Hedtke, vertritt die Auffassung, dass die „ökonomische Bildung“, die in den letzten Jahren mit großem Aufwand an die Schulen herangetragen wird, die Zusammenhänge gar nicht erhellen soll und ganz andere Zwecke verfolgt. Mit seinen Thesen hat er eine vehemente Debatte innerhalb der Zunft ausgelöst. In den weiteren Beiträgen stellen wir Meinungen und Materialien vor, die die Wirtschafts- und Finanzkrise aus gewerkschaftlicher bzw. gewerkschaftsnaher Sicht beleuchten.
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